Zahlreiche Helfer packen an: Schönbacher Kirche gerettet

Der Hausschwamm hatte ganze Arbeit geleistet. Nun ist das Gotteshaus saniert. Für die Gemeinde war das eine Riesenaufgabe. Doch sie gelang - weil sich auch viele Vereine engagierten.

Schönbach.

"Ich bin froh, dass es geschafft ist und so gut geschafft ist", sagt Pfarrer Gunnar Peukert. Im Jahr 2013 sah es noch ganz anders aus: Die Schönbacher Kirche war in akuter Gefahr, denn im Kirchturm waren die Holzbalken teilweise verfault, einige fehlten bereits ganz. Es drohte der Einsturz des Turmes.

Rund 220.000 Euro mussten aufgebracht werden, eine Riesenaufgabe für die Schönbacher. Froh war die Kirchgemeinde, dass dann Unterstützung von verschiedenen Seiten kam. Wie etwa die Städtebaufördermittel in Höhe von 96.000 Euro über die Stadt Greiz. Die Landeskirche gab rund 54.000 Euro und der Kirchenkreis etwa 40.000 Euro dazu. Trotzdem musste die Kirchgemeinde Schönbach noch 30.000 Euro Eigenmittel selbst aufbringen, eine gewaltige Aufgabe. Das alljährliche Erntedankfest der Vereine trug jedes Jahr mit Aktionen dazu bei, Geld für die Sanierung zu sammeln. Viele Eigenleistungen kamen hinzu, wie etwa das Freilegen des Kirchbodens unter dem Dach, das Aufräumen und vor allem das Reinigen danach.

Zum jüngsten Erntedankfest der Vereine am vergangenen Sonntag lud Jens Hempel, Vorsitzender des Schönbacher Gemeindekirchenrates, zu Führungen in der Kirche ein. Viele Leute interessierten sich für die Bauarbeiten, von welchen man außen nichts sieht. Andreas Schuricht, Zimmerer aus Crimmitschau, erläuterte: "Die Deckenköpfe waren eingemauert , da konnte keine Luft ran." Das habe ermöglicht, dass das Holz faulte und sich Hausschwamm bildete. Nach der Freilegung der Balken und Schwellen hatte sich ein verheerendes Bild der Zerstörung entlang der gesamten Mauerkrone des Kirchenschiffes gezeigt. Der Hausschwamm hatte ganze Arbeit geleistet. "Alle Balkenauflagen waren befallen, alle Aufschieblinge, Streben und Sparren", so Jens Hempel. "Alles musste erneuert werden." Im Mai 2018 wurde das Gerüst gestellt, danach begannen die Zimmererarbeiten. Das Mauerwerk an den Deckenköpfen wurde weggenommen, eine Spurschiene eingefügt. Die neuen Schwellen liegen nun frei. "Jetzt kann das Holz atmen", so Jens Hempel. Die befallenen Balken wurden erneuert. Auch an die Fledermäuse wurde wieder gedacht. Da war das Problem, dass die Tiere rechtzeitig in ihre sogenannte Wochenstube kommen. Das Zuhause der Fledermäuse befindet sich im Kirchboden, durch eine Luke kommen sie jederzeit ins Innere. "Unsere Kirche war es uns wert", so Jens Hempel. Deshalb konnte jetzt auch dankbar und gut gefeiert werden. Der Cunsdorfer Dorf- und Feuerwehrverein, der Sportverein Cossengrün, der Dorf- und Feuerwehrverein Schönbach und die Cossengrüner Feuerwehr waren allesamt beim Fest aktiv.

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