Am Sonntag ist Schluss: Bäder bilanzieren Rekordsommer

In den Kassen der Freibäder hat es ordentlich geklingelt. In Reichenbach wurde die magische Marke von 50.000 Gästen erreicht - das gab's seit der Wiedereröffnung nicht. Auch die kleinen Vereins-Bäder freuen sich über ein Einnahme-Plus.

Reichenbach.

Vor allem für die kleinen Bäder war dieser Sommer auch in finanzieller Hinsicht ein Traum-Sommer. "Mit diesen Einnahmen können wir nicht nur die nächste Saison planen, es bleibt endlich auch mal was übrig, um dringende Investitionen im Bad anzugehen", sagt Steffen Dietzel vom Neumarker Badbetreiber Badeoase Agil. Ins Bad, das am Sonntag bei gutem Wetter letztmalig für diese Saison öffnet, waren 8700 Gäste gekommen - etwa ein Viertel mehr als im Vorjahr. "Das war ein gutes Jahr", sagt Steffen Dietzel. Schließlich ist die sich aus mehreren Quellen speisende Finanzierung einer Saison gerade für Betreibervereine immer wieder eine Herausforderung.

Auch in Mylau. Manfred Firnhaber vom Freibad-Förderverein bilanziert mit 15.000 Besuchern eine Top-Saison und nahezu 5000 Badelustige mehr als im Vorjahr. Und das, obwohl es zu Saisonbeginn Durststrecken aufgrund von Reparaturarbeiten gegeben hatte und später Bauarbeiten am Zugang vom Parkplatz Behinderungen mit sich brachten. "Aber die stabile Wetterlage im Juli und im August hat alles herausgerissen." 6300 und 5600 Besucher kamen allein da in das nunmehr bereits seit einer Woche geschlossene Schmuckkästchen an der Göltzsch.

Krösus in Sachen Besucherzuspruch ist und bleibt natürlich das Reichenbacher Freibad, das morgen letztmalig öffnet. Das nach Sanierung und Modernisierung vor elf Jahren wiedereröffnete Bad in Oberreichenbach war in dieser Saison Magnet für 50.0000 Gäste - Rekord seit 2007. Zum Vergleich: Im Vorjahr kamen knapp 15.000 Besucher weniger. "Für mich ist aber fast noch wichtiger, dass es keine schwerwiegenden Unfälle und Vorkommnisse gab", sagt Schwimmmeister Bernd Claus. Bei fast 2000 Badegästen am 7. August ist diese Aussage verständlich. Trotz dieses Ansturms, betont Stadtsprecherin Heike Keßler, war die Wasserqualität stets hervorragend. Und anders als in anderen Bädern stand auch dank des Zustroms aus der Quelle St. Georgstollen immer mehr als genügend Badewasser zur Verfügung - 18.000 Kubikmeter wurden insgesamt verbraucht.

Dagegen stand die Saison im ebenfalls Rekordbesuch verzeichnenden Freibad Netzschkau einige Male auf der Kippe: Der Limbach, der das Bad speist, führte oft wenig Wasser. "Es war bis zuletzt eine Zitterpartie", sagt Bürgermeister Mike Purfürst. Die Trockenheit und offenbar auch verbotene Wasserentnahmen oberhalb der Zuleitung zum Bad hatten aus dem Bach zeitweise ein Rinnsal gemacht. Der Ritt auf der Rasierklinge gelang jedoch. Schwimmmeister Günter Claus hat etwa 12.000 Besucher gezählt. "Das liegt deutlich über dem Schnitt der vergangenen Jahre, für Netzschkauer Verhältnisse ist das richtig gut." Der Badebetrieb endet heute, 18 Uhr, mit dem Abbaden der Wasserballer des TSV Nema Netzschkau.

Bereits am Mittwochabend haben die Pforten im Freibad Lengenfeld geschlossen. Schwimmmeisterin Melanie Fechner berichtet über 17.000 zufriedene Badegäste. "Das ist der Topwert der letzten 15 Jahre. Das Bad war in den Ferien jeden Tag knackevoll, ein super Jahr", sagt die Schwimmmeisterin. Und: "Ein Dank an die treuen Badegäste nicht nur fürs Kommen. Die Liegewiese war immer sauber, es gab keine Randale und auch keine Diebstähle."

Jetzt machen die Freibäder winterfest. Wer dennoch nicht auf ein Bad bei angenehmen Außen- und Wassertemperaturen in der Region verzichten möchte, ist in Reichenbach richtig. In der Neuberinstadt öffnet das Hallenbad am Roßplatz am 6. Oktober. An den Eintrittspreisen hat sich nichts geändert.

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