Gewerkschaft befürchtet Ausfälle im Busverkehr

Vor neuer Tarifrunde: RVB zahlt Tarif aus Rücklage und sieht Politik am Zug

Reichenbach.

In der seit Wochen anhaltenden Tarifauseinandersetzung mit dem Reichenbacher Verkehrsbetrieb und Fahrschule Gerlach (RVB) befürchtet die Gewerkschaft Verdi, dass der RVB "im schlimmsten Fall" seine Verkehrsleistungen im ÖPNV und im Schülerverkehr einschränken oder gar einstellen muss. Wie Gewerkschaftssekretär Sven Vogel mitteilt, habe der als Vertragspartner im neuen Vogtlandnetz 2019+ eingesetzte Betrieb "noch immer keinen Subunternehmer-Vertrag" mit dem Hauptauftragnehmer, dem Plauener Omnibus-Betrieb.

Derzeit könne Gerlach eine Bezahlung der Beschäftigten nicht realisieren, die für einen funktionierenden ÖPNV nötig sei. Auf einer vom Betriebsrat für Mittwoch anberaumten Betriebsversammlung soll die RVB-Geschäftsführung "darlegen, wie und mit wem künftig die Verkehrsleistungen abgesichert werden" können. Die letzte Verhandlungsrunde mit Vertretern des Betriebes, des Landesverbandes des Sächsischen Verkehrsgewerbes und von Verdi war am 21. Oktober ohne Ergebnis vertagt worden. Das nächste Mal sitzen die Verhandlungsführer am Donnerstag am Tisch - "vorbehaltlich einer vertraglichen Bindung der RVB für den ÖPNV und den Schülerverkehr".

RVB-Geschäftsführer Siegfried Gerlach sieht in der Auseinandersetzung den Vogtlandkreis als Aufgabenträger für den ÖPNV hinsichtlich der Tarifforderungen in der Pflicht. Derzeit bezahle RVB nämlich seinen Fahrern Tarif - allerdings ohne Tarifvertrag. "Aus den Betriebsreserven, um die Fahrer zu halten", sagt Gerlach. Der Grund: Der Verkehrsbetrieb hatte sich im letzten Jahr - ohne Erfolg - an der Ausschreibung des Liniennetzes beteiligt und dabei ein Lohntarif-Niveau in sein Angebot eingepreist, das durch neue tarifliche Vereinbarungen im März überholt wurde. Zudem fallen nun Werbeeinnahmen an Bussen und ein finanzieller Ausgleich für die kostenlose Beförderung von Schwerbehinderten weg. "Mit dem jetzigen Betrag, den wir als Subunternehmer erhalten würden, und mit dem aktuellen Lohntarif entsteht eine Deckungslücke."

Wie lange der mehr als 60 Mitarbeiter starke Betrieb diese Lücke aus den Betriebsreserven decken kann, dazu machte der RVB-Chef keine Angaben. Diese Problematik will der Betrieb in der neuen Tarifrunde nächste Woche zur Sprache bringen. "Es besteht aber kein Zweifel, dass unsere Busfahrer das Gleiche verdienen sollen wie bei den kommunalen Unternehmen, die diesen Tarifvertrag verhandelt haben."

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