Investitionen in den Brandschutz sichern Ifa-Standort Hohe Reuth

Am größten Hotel im Vogtland wird in den nächsten Monaten viel gebaut. Die Coronapause wurde zudem für Arbeiten im Freizeitbad genutzt.

Schöneck.

Mit Brandschutzinvestitionen in Millionenhöhe, einem technisch überholten Freizeitbad und vollzähligem Team geht der Ifa-Ferienpark Hohe Reuth nach der coronabedingten Zwangspause wieder an den Start. Nachdem der Hotelbebetrieb bereits seit einigen Tagen sukzessive hochfährt, öffnet auch das bei Einheimischen und Gästen beliebte Freizeitbad wieder: Ab 1. Juli wird die Anlage unter Einhaltung von Hygieneregeln in Betrieb genommen. Darüber informieren Thomas Krüger, verantwortlich für das operative Geschäft der Ifa-Gruppe in Deutschland und Österreich, und Michael Stübbe, Bauchef der deutschen Ifa-Einrichtungen.

Wichtiges Etappenziel für das Hotel ist der Beginn der Sommersaison am 12. Juli. Dann starten die bei Familien beliebten Themenwochen mit Kinderanimation. Wenngleich das Ganze derzeit unter anderen Vorzeichen stattfindet, so soll einer der Jahreshöhepunkte dennoch gewohnt bunt über die Bühne gehen. Das Bad ist dabei besonders wichtig. Aus der Not der Schließung hat Ifa zuletzt eine Tugend gemacht. Denn eine Revision war ohnehin für den Herbst geplant. Sie wurde vorgezogen. "Das Bad war noch nie solange trocken. Insbesondere der Erneuerung von Abdichtungen kam das sehr entgegen", erklärt Michael Stübbe.

Die wichtigste Baustelle im Ifa-Ferienpark ist jedoch das Thema Brandschutz. Zimmer dürfen aktuell nur bis zum vierten Obergeschoss belegt werden. Damit fehlt dem Hotel etwa die Hälfte der 330 Zimmer und Apartments. Ein Dauerzustand soll daraus nicht werden, machen Thomas Krüger und Michael Stübbe deutlich. Die Investitionen kommen. "Ein bis anderthalb Jahre wird uns das beschäftigten", blickt Michael Stübbe voraus. Fluchttreppen, zusätzliche Ausgänge und Brandmeldeanlagen mit kilometerweise zu verlegendem Kabel und eine in weiten Teilen neue Fassade gehören zum Maßnahmenpaket. Das an weiten Gebäudeteilen prägende Holz wird entfernt und durch nichtbrennbares Material ersetzt. Optisch soll sich dabei allerdings kaum etwas ändern.

Die Investitionen in Millionenhöhe ausgerechnet in einer Zeit, in der in der Hotellerie europaweit zeitweise kein einziger Euro verdient wurde, sehen die Verantwortlichen auch als Signal: Der Standort Schöneck spielt bei Ifa auch in der Zukunft als einziger deutscher Mittelgebirgsstandort eine wichtige Rolle. Zu keiner Zeit habe es andere Überlegungen gegeben, sagt Thomas Krüger.

Die Verantwortlichen verhehlen nicht, dass sie mit den Bauarbeiten schon gerne weiter wären. Doch die Coronapause machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. "Wir waren gedeckelt", sagt Michael Stübbe. Denn auch die Verfügbarkeit von Handwerkern sei eingeschränkt gewesen. Als Erstes soll das Haus C, der Block vor dem Hotel, wieder belegt werden. Hier geht es insbesondere um den Anbau von Fluchttreppen.

Trotz Coronaflaute und Beschränkungen bei der Belegung von Zimmern: Kündigungen gab es in Schöneck nicht. "Es wäre ja auch schwer, im Anschluss wieder Fachkräfte, welche sich so wie das Team jetzt mit dem Standort identifizieren, zu finden", sagt Thomas Krüger. Auch eine Direktorin oder Direktor soll Schöneck nach dem Ruhestandseintritt des langjährigen Chefs Thomas Jahn wieder erhalten. Solange managen Thomas Krüger, Direktor des Ifa-Hotels in Binz, sowie Michael Stübbe, der sein Büro auf Fehmarn hat, die Einrichtung aus der Ferne. Auf lange Sicht sei dies jedoch keine Option.

Ifa-Hotels gibt es neben Schöneck in Binz auf Rügen, auf Fehmarn, in Graal-Müritz sowie im Kleinwalsertal in Österreich. Der Mehrheitsaktionär sitzt auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria.

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