Neun Länder auf einen Ritt

Der Reichenbacher Biker Gero Fehlhauer war drei Wochen in Europa auf Tour. Ein Fazit: Wir fahren weg, um heimzukehren.

Reichenbach.

Im Vorjahr hatte Gero Fehlhauer das nördliche Europa unter den Reifen - mit dem ultimativen Höhepunkt im lettischen Ventspils, als der Reichenbacher das Peloton beim größten Biker-Treffen des Baltikums noch vor der Polizei anführen durfte. "So ein Glück hatte ich diesmal nicht, aber die Tour war nicht weniger spektakulär", sagt der Biker und Autor lokalhistorischer Bücher nach drei Wochen Bikermania durch neun vorwiegend mittel- und osteuropäische Länder. Seine Erkenntnisse der Tour mit seiner BMW GS Adventure: "Die Ukraine war am schlimmsten, Ungarn am langweiligsten, die Transalpina am spektakulärsten, mit Freunden unterwegs zu sein am schönsten und zu Hause ankommen am ergreifendsten - wir fahren auch immer wieder weg, um heimzukehren."

Zunächst war Gero Fehlhauer dabei nicht allein. Mit einer Gruppe befreundeter Biker war er am Gardasee und in den Dolomiten unterwegs - ein Paradies für Zweiradpiloten. Einziger Wermutstropfen - das Befahren der Großglockner Hochalpenstraße wurde durch Schneefall zunichte gemacht, doch ein späterer Versuch im Alleingang sollte glücken. Doch zunächst steuerte Gero Fehlhauer seine Maschine nach einen kurzen Zwischenstopp in Reichenbach gen Osten.


Erste Station war die skurrile wie sehenswerte Knochenkirche im tschechischen Kutná Hora. Über die Slowakei führte der Weg dann an die Grenze zur Ukraine. "In der Ukraine gibt es die schlechtesten Straßen, die ich seit langem gefahren bin", berichtet der Biker. Doch zumindest der Grenzübertritt gestaltete sich erstaunlich problemlos - wobei sein kleiner Schlüsselanhänger dem Vogtlandbiker Schweißperlen bescherte. Die umfunktionierte Patrone hatte nämlich das Interesse der ukrainischen Grenzer erregt. Auch nicht auf dem Bildschirm hatte der Reichenbacher die Zeitzonenquerung, so dass ihm eine Stunde des Tages verloren ging.

In Nordrumänien durchstreifte Gero Fehlhauer die landschaftlich beeindruckende Maramures-Region. Am Prislop-Pass genoss der Biker die Einsamkeit. "Kein Massentourismus, nichts. Dafür Straßenhunde, die mich attackiert haben", notiert er in seinem Touren-Buch: "Tiefhängende Wolken und ein Kloster, aus dem sakrale Gesänge in die Bergwelt dringen, vermitteln eine einzigartige Atmosphäre. Du fühlst dich dem Himmel so nahe und lernst jeden Atemzug zu schätzen. Wären dort noch Elfen herangeschwebt, es hätte mich nicht gewundert."

Und der Zauber setzte sich auf der Fahrt nach Bran in den Karpaten fort: "Das Schloss des Grafen Dracula wie auch der gesamte Ort offenbaren sich allerdings als Touristen-Hotspot." Der Höhepunkt des Rumänien-Abenteuers war schließlich das Befahren der Route 67C - besser bekannt als Transalpina. Die Hochgebirgsstraße führt auf eine Höhe von über 2000 Meter und stellt mit ihrer Länge von über 150 Kilometern eine echte Biker Herausforderung dar. Das Strecken-Fazit des Vogtländers lautet: "Daumen hoch, unbedingt sehenswert. Rumänien hat traumhafte Straßen, andererseits hat sich eine Ursprünglichkeit erhalten, die westwärts verlorengegangen ist."

Weitere Stationen der Tour waren Ungarn, Kroatien, Slowenien sowie Österreich. Bei der Fahrt durch die Alpenrepublik konnte Gero Fehlhauer endlich auch die Großglockner Hochalpenstraße befahren. Mit grandiosen Aussichten und Einsichten - schließlich stand danach die Heimfahrt an.

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