Vogtländer feiern in den Mai hinein

Feierfreudige Besucher strömten zu Höhenfeuern und dem Maibaum- Aufstellen. Die Feuer am Vorabend des 1. Mai sind jedoch umstritten.

Reichenbach/Netzschkau.

Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine und weitere Veranstalter luden für Dienstagabend an zahlreichen Orten der Region zum Maibaumaufstellen, zu Fackel- und Lampionumzügen und zu Brauchtumsfeuern ein. Von den Höhenzügen aus sah man recht schnell an vielen Orten Rauch aufsteigen. Die Sicht wurde schlechter. Am Horizont tauchten schwarze Schleier auf. Angesichts der Vielzahl der Feuer wurde von den Besuchern kontrovers diskutiert, ob die Entscheidung des Verbots der Verbrennung von Gartenabfällen richtig war und ob es demnächst ein Verbot für die Brauchtumsfeuer gibt, wie es bereits in verschiedenen Orten eingeführt wurde. Einige meinten, dass die Konzentration der Feuer an einem Tag besser sei als Rauch über einen ganzen Monat. Andere hätten gern die alte Regelung zurück.

Weniger Resonanz gab es zum Thema "Hexen". Claudia Runge von der Freiwilligen Feuerwehr Mylau hatte vorgeschlagen, ab dem kommenden Jahr einen Wettbewerb um die schönste Hexe zu veranstalten: "Es gab keine Reaktion von außen. Meine Kameraden in der Feuerwehr finden die Idee gut. Wir werden versuchen, den Wettbewerb umzusetzen." Eine gute Chance auf den Sieg hätten die Chronical Moshers gehabt. Für das Feuer auf ihrem Vereinsgelände in Cunsdorf bastelten die Heavy-Metal-Freunde zwei Puppen mit den Gesichtern ihres früheren Vereinschefs Jan Singer und dessen Frau Susann, die am Wochenende zuvor ihre Hochzeit gefeiert hatten, und schmückten das Pärchen mit dem Spruch: "Wir sind Feuer und Flamme". Während an den anderen Feuern vor allem auf Roster und Steaks gesetzt wurde, boten die Moshers zusätzlich Speisen und Getränken wie Chili con Carne, Popcorn, Cookies und mehr.


Unterschiedlich waren die Taktiken für das Maibaum-Aufstellen. Die Mylauer nahmen die Hilfe vom ehemals in der Stadt ansässigen Unternehmen Stöckel in Anspruch. Sie hängten den Baum an einen Autokran des Abschleppdienstes. Da die Aktion zeitig stattfand, konnten die Besucher ihre Roster und kalten Getränke noch in der vollen Sonne genießen. Vor dem Maibaum-Aufstellen war das auch in Brockau am Teich möglich. Dort hievten die Feuerwehrleute den Maibaum mit Spießen und Stangen hoch, bevor sich die Besucher mit Fackeln und Lampions auf den Platz an der Feuerwache begaben. Ingo Möller: "Es ist schön, dass man vorher ganz entspannt essen und trinken kann."

Schwerstarbeit leisteten die Feuerwehrleute in Netzschkau, die den Maibaum mit Zunftzeichen unter dem Kommando von Uwe Richter souverän in die Höhe wuchteten. Auf dem früheren Delicata-Gelände wurde dann eines der größten Feuer der Region entfacht.

In Unterheinsdorf zogen die Besucher mit Jugendfeuerwehr, Schalmeienkapelle und Fackeln sowie Lampions zum Feuerwehrgelände. Dort wurde zuerst der Maibaum gestellt, danach das Feuer entzündet. Neben der Hexe auf dem Feuer machte eine weitere Hexe das Gelände unsicher. Sie verteilte Süßigkeiten und bespaßte die Kinder.

Die Feuerwehr Oberheinsdorf setzte auf ein Fest für die ganze Familie mit Karussell, zwei Hüpfburgen und Spielplatznähe. Die Oberheinsdorfer haben ihren Maibaum mit einer neuen Spitze vergrößert. "Ich schätze, er ist jetzt 22 hoch, vorher war er 18", sagte Knuth Sonntag von der Feuerwehr. Zuvor hatte der Umzug Hauptmannsgrüner und Oberheinsdorfer vereint, für den die Netzschkauer Musikanten zünftig aufspielten. Interessenten konnten sich den vier Jahre lang restaurierten Feuerwehr-Oldtimer Mercedes Benz, Baujahr 1941, anschauen. Er wird demnächst zugelassen und nimmt an der Oldtimer-Sternfahrt am Himmelfahrtswochenende in Österreich teil.

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