Dieses "Ufo" soll ein Windrad halten

Die Bauarbeiten für die umstrittene dritte Anlage an Glauchaus Grenze haben begonnen. Das Kraftwerk wird noch größer als die beiden benachbarten Räder.

Dennheritz.

Noch ist von der Ferne aus nichts zu sehen von einem dritten Windrad in Dennheritz. Dabei laufen die Arbeiten bereits auf Hochtouren. "Ich denke, dass wir Ende des Jahres fertig sind und die Anlage in Betrieb nehmen können", sagt Kerstin Veit, Projektchefin bei der Firma Sabowind, die für den Bau verantwortlich ist. Momentan wird am riesigen Fundament für das Windrad, das auf den ersten Blick derzeit wie ein Ufo anmutet, gearbeitet.

Das dritte Rad wird höher als die beiden anderen, die schon stehen. Die Nabenhöhe des neuen Rads wird mit 141 Metern angegeben. Steht einer der drei Flügel senkrecht, kommt man auf fast 200 Meter Höhe. Die anderen beiden Anlagen, die in den Jahren 2005 und 2008 aufgestellt wurden, haben eine Nabenhöhe von 100 Metern. Die Nennleistung des neuen Windrads liegt nach Angaben von Sabowind bei 3450 Kilowatt, damit könne es künftig etwa 2500 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgen.

Doch der Bau des dritten Windrads auf Dennheritzer Flur war umstritten. Die Genehmigung ist nur unter Auflagen erteilt worden. Dazu gehören Schallreduzierungen in der Nacht und das Abstellen der Anlage, wenn der Schlagschatten auf die Grundstücke der Anwohner trifft. "Wir bauen und betreiben die Anlage nach geltendem Recht", hatte Kerstin Veit im Frühjahr während der Ortschaftsratssitzung in Gesau gesagt, als sie das Vorhaben vorstellte. Das ist auch der Grund, warum die Stadt Glauchau keine rechtlichen Schritte gegen die Baugenehmigung, die im Dezember 2017 erteilt wurde, einleitet.

Nach Bekanntwerden der Pläne hatte sich die Stadt Glauchau zunächst gegen ein drittes Rad an dieser Stelle ausgesprochen, vor allem wegen der Nähe zu den Wohnhäusern im Ortsteil Gesau/Höckendorf/Schönbörnchen. Ein drittes Rad an dieser Stelle sei nicht erforderlich, hieß es damals. Und auch die Gemeinde Dennheritz war anfangs gegen die Anlage. Doch die Bedenken waren laut Landratsamt Zwickau rechtlich nicht haltbar. In Absprache mit der Stadt Crimmitschau gab Dennheritz dann doch das gemeindliche Einvernehmen.

Das Aufstellen des eigentlichen Windrades ist nach Informationen von Sabowind im Herbst geplant. Die Anlieferung der riesigen Teile per Tieflader soll über vorhandene Wege erfolgen, die entsprechend hergerichtet werden. Für den Bau müssen als Ersatz Ausgleichsmaßnahmen im Bereich der Natur durchgeführt werden. Vorsehen ist, eine etwa 270 Meter lange Hecke in Langenchursdorf zu pflanzen und bei Crimmitschau ein Quartier für Fledermäuse zu schaffen. Die Firma Sabowind hat ihren Sitz im mittelsächsischen Freiberg, ist in der westsächsischen Region jedoch nicht unbekannt. Das Unternehmen hat unter anderem bereits im vergangenen Jahr ein Windrad bei Vielau und zwei weitere Anlagen im Windpark Gersdorf/Bernsdorf gebaut.

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