Dorfbewohner wehren sich gegen einen Mobilfunkmast

Die Widersprüche gegen einen Mobilfunkmast landen auf dem Tisch der Landesdirektion. Die Anwohner fühlen sich übergangen.

Glauchau.

Einwohner aus Jerisau und Lipprandis wehren sich gegen Pläne zum Aufbau eines Mobilfunkmastes. Der Stahlgittermast mit einer Gesamthöhe von 35 Metern soll auf ein privates Grundstück an der Waldenburger Straße kommen. Dafür hat die Stadt eine Baugenehmigung erteilt. "Dagegen wollen Eigentümer von Nachbargrundstücken nun rechtliche Schritte einleiten", sagt Ortsvorsteher Matthias Holzmüller (Bürger für Jerisau/Lipprandis).

Die Widersprüche müssen dann im Rathaus geprüft werden. Danach trifft die Landesdirektion als obere Bauaufsicht eine Entscheidung. Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos): "Es handelt sich um ein rechtsgebundenes Verfahren." Das heißt: Die Behörden müssen, wenn es keine triftigen Gründe für eine Ablehnung gibt, einen Bauantrag genehmigen.


Die Bürger haben in der letzten Woche doppelt ihren Ärger über das Bauvorhaben zum Ausdruck gebracht - zur Beratung des Ortschaftsrates und zur Sitzung des Stadtrates. Dabei gab es Kritik an der Informationspolitik. Der Bauantrag zur Errichtung des Mobilfunkmastes ist bereits Anfang 2016 im Rathaus eingegangen. Peter Dresler hat im Herbst 2016 an einer Sitzung des Ortschaftsrates Jerisau/Lipprandis teilgenommen. Über den geplanten Mobilfunkmast hat der Rathauschef damals aber kein Wort verloren. "Vor der Teilnahme an den Sitzungen der Ortschaftsräte erkundigt sich der Oberbürgermeister stets nach aktuellen Themen aus den Fachbereichen. Der Bauantrag ist von uns als nicht informationsrelevant eingestuft worden", räumt Gunnar Heerdegen, Leiter des Fachbereichs für Planen und Bauen im Rathaus, ein. Bei Nachfragen zu dem Thema gibt sich die Stadt aber wortkarg. Ist die Entscheidung - mit etwas Abstand - vielleicht doch informationsrelevant? Rathaussprecher Timo Schade: "Wir möchten darauf hinweisen, dass im Rahmen einer Pressemitteilung keine persönliche Bewertung durch einen Mitarbeiter erfolgen kann."

Aus Sicht von Matthias Holzmüller hätten sich die Ortschaftsräte bei einer früheren Information aktiv in den Prozess einbringen können. Der Mobilfunkmast, der nun im Ortszentrum errichtet werden soll, ist als Ersatz für eine Anlage auf der ehemaligen Kammgarnspinnerei geplant. Der Mast hat eine Höhe von 30 Metern. Darauf kommt eine fünf Meter hohe Antenne. "Die Suche nach alternativen Standorten, die es möglicherweise im Gewerbegebiet gibt, ist uns bisher gar nicht möglich gewesen. Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt", sagt Holzmüller.

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