Feiert mal schön

Sch(m)erzhaft: Was die Region die Woche bewegte

Ist der Schulanfang ein Grund, groß zu feiern? Diese Frage stellt sich nicht nur wegen der aktuellen Corona-Pandemie - Sie wissen ja, Familienfeiern, Eigenverantwortung und so weiter - die Frage stellt sich generell. Der ganze Stolz der schönen Eltern, ins Festgewand gemantelt mit einer übergroßen Zuckertüte, die alles andere enthält als handelsüblichen Zucker. Der schicke Ranzen, bestückt mit den Lieblingsfiguren und allseitigen Reflektoren. Stolz glühende Gesichter beim ersten Anblick der Lehrerin. Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein, heißt es in einem Kinderlied zu diesem vermeintlichen freudigen Thema.

Das wird sich im Laufe der Jahre ändern. Schon nach wenigen Tagen ist die Zuckertüte alle, der Ranzen schabt sich allmählich ab, und die Klamotten, na ja. Das frühe Aufstehen fällt zunehmend schwerer, der Schulweg wird immer weiter und einige aus der Klasse sind echt doof - mal die einen, dann wieder mal die anderen. Mit Physik und Chemie kann man nichts anfangen, auch wenn man sich bei Youtube Nachhilfe holt, vorausgesetzt man hat schnelles Internet. Förderunterricht ist belastend, Geschichte langweilig und Mathe wird immer schwerer. Und die elenden Hausaufgaben fressen die ohnehin wenige Freizeit einfach auf. Elternabende, Elterngespräche, Zeugnisse, Kopfnoten, Beurteilungen, erste Liebe. Der Stolz beim Anblick der Lehrer ist längst verflogen. Das kennen Sie alles in der ein oder anderen Form aus der eigenen Schulzeit.

Vom Schulanfang bleiben bestenfalls die Digitalfotos und Videoaufnahmen, die man sich im Laufe der Zeit immer seltener ansieht. Aber, wenn die Schulzeit erst einmal zu Ende geht. Wenn es endlich geschafft ist und man Abstand gewinnt, dann hat man einen triftigen Grund zum Feiern, die sprichwörtliche Sau rauszulassen, wenn Corona nicht wieder dazwischenfunkt.

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