Feuerwerk trotz Trockenheit: Stadtrat fordert Aufklärung

Professionelle Anbieter brauchen für das Abbrennen von Pyrotechnik keine Genehmigung. Trotzdem gibt es Ärger.

Crimmitschau.

Mit deutlichen Worten hat Stadtrat Lutz Gärtner (Linke) seinem Ärger über ein Feuerwerk im Crimmitschauer Ortsteil Lauenhain Luft gemacht. Am Wochenende wurden - trotz der Trockenheit - die Raketen und Fontänen in der Nähe des Gemeindehauses gezündet. "Ich kann darüber nur meinen Unmut zum Ausdruck bringen. Mittlerweile wird schon fast bei jedem Kindergeburtstag ein Feuerwerk gezündet", sagte Lutz Gärtner, der sich in seiner Freizeit um eine Schafherde kümmert und am Montagabend zur Sitzung des Technischen Ausschusses über die Reaktion der Tiere nach dem Beginn des Feuerwerks berichtete: "Meine ganze Familie musste raus und die Herde zusammenhalten, damit die Schafe nicht auf die Straße rennen." Wer das Feuerwerk gezündet hatte, sagte er nicht.

Oberbürgermeister André Raphael (CDU) zeigte Verständnis für den emotionalen Redebeitrag des Linken-Stadtrates. "Ich verstehe Sie voll und ganz. Wir können nur an die Menschen appellieren, bei diesen Bedingungen auf ein Feuerwerk zu verzichten - schon alleine aus Respekt gegenüber dem Eigentum von anderen Leuten", sagte der Rathauschef und kündigte eine Auswertung mit dem Landkreis Zwickau an. Der Grund: Während die Stadt- und Gemeindeverwaltungen für die privaten Feuerwerke zuständig sind, ist das Ordnungsamt des Landkreises Ansprechpartner für gewerbliche Feuerwerker.

Um das eingangs erwähnte Feuerwerk hatte sich eine Firma gekümmert. Sie besitzt eine Sprengstoffgenehmigung. Damit müssen Termine für Feuerwerke lediglich angezeigt werden. "Es gab seitens des Ordnungsamts keinen Grund, das Feuerwerk zu untersagen. Zum Zeitpunkt der Anzeige herrschte im Gebiet Waldbrandstufe 2. Unabhängig davon erging an den Feuerwerker die Auflage, sich mit der örtlichen Feuerwehr abzustimmen", sagte Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk. Sie räumte allerdings ein, dass es dazu eine Abstimmung mit dem örtlichen Ordnungsamt der Stadtverwaltung in Crimmitschau gab.

Selbst bei Experten sorgte - nach der wochenlangen Trockenheit - das Feuerwerk in Lauenhain für Kopfschütteln. Dazu gehört Kay Martin aus Werdau. Er betreibt seit zehn Jahren die Firma Pyromanics - für Feuerwerke und Konzerte. "Ich kann nicht verstehen, dass bei diesen Bedingungen ein Feuerwerk genehmigt und von einem Berufskollegen gezündet wurde", sagte Kay Martin auf Anfrage der "Freien Presse". Der Unternehmer sollte sich am Wochenende um ein Feuerwerk beim Park- und Teichfest in Altenburg kümmern. Dort haben die Veranstalter kurzfristig die Reißleine gezogen und auf die Farbeffekte am Himmel verzichtet. "Die Sicherheit muss stets im Vordergrund stehen, vor allem bei extremer Trockenheit und extremem Wind", sagte Martin.

Am Samstag wird in vielen Familien der Schulanfang gefeiert. Crimmitschau hat zwei Ausnahmegenehmigungen erteilt. Mit der Bedingung, dass die Raketen nicht gezündet werden dürfen, wenn die Waldbrandstufe 3 (oder höher) gilt.

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