Glauchauer dirigiert weltumspannende Sinfonie

Beethoven Neunte wird in der Sachsenlandhalle aufgeführt. Für Michael Pauser ist dies ein Meilenstein in seinem jungen Leben.

Glauchau.

Michael Pauser ist ein Macher. Was er sich vorgenommen hat, zieht er in aller Regel auch durch. Das war schon als Jugendlicher bei dem heute 33-Jährigen so. Er setzte sich damals in den Kopf, Dirigent zu werden, studierte historische Musikwissenschaften, publiziert heute in diesem Metier, war dafür nahezu weltweit unterwegs. Und er dirigiert. Den Gesangsverein Langenbernsdorf und auch die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach.

Schön und gut, könnte man der Stelle jetzt sagen, aber Michael Pauser setzt noch einen drauf. Unter seiner Leitung wird in der Glauchauer Sachsenlandhalle die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt, und das gleich zwei Mal, am 24. und am 25. Oktober. "Die Idee dazu hatten wir schon vor zwei Jahren", sagt Michael Pauser. Damals stellte er mit dem Gesangsverein Langenbernsdorf für sein Projekt "Ein Dorf singt" einen Fördermittelantrag aus dem Programm "Land-Kultur". Der wurde bewilligt und die Vorbereitung auf die Aufführungen der Neunten mit dem berühmten Schlusschor "Ode an die Freude" könnten beginnen. Ursprünglich sollten die beiden Aufführungen in Werdau und Glauchau stattfinden, jetzt hat man sich für die Sachsenlandhalle Glauchau entschieden, weil die auch unter Coronabedingungen ausreichend Platz für die Ausführenden und das Publikum biete. Immerhin stehen neben dem Langenbernsdorfer Gesangsverein und der Vogtland Philharmonie auch die Singakademie Chemnitz sowie die Solisten Andreas Chudak (Sopran), Tenor Martin Lattke, Tobias Hagge (Bass) und Anna Maria Tietze (Alt) auf der Bühne. Anna Maria Tietze kommt aus Glauchau. Alle stecken derzeit mitten in den Vorbereitungen, wobei für den Gesangsverein das Übungspensum recht groß ist. Bei der Singakademie gehöre der Schlusschor der neunten zum Repertoire. Doch erst bei einer einzigen Generalprobe werden alle das erste Mal zusammenkommen.

"Im Team der Sachsenlandhalle haben wir einen guten Partner gefunden", sagt Pauser. Die Chöre stehen auf der Zuschauertribüne mit entsprechenden Abständen der Sänger untereinander, davor sitzt das Orchester. Die Bläser werden mit Plexiglasscheiben getrennt. Die Bestuhlung für das Publikum werde so arrangiert, dass, wer zusammengehört, auch zusammensitzen kann. Nach der ersten Aufführung werde alles desinfiziert für die zweite am nächsten Tag. "Wir wollen damit den Leuten zeigen, dass es möglich ist, ein Konzert zu besuchen", sagt Michael Pauser, der in seine Heimatstadt Glauchau zurückgezogen ist.

"Das hat mit meinen Wurzeln zu tun. Meine Eltern, meine Großeltern wohnen hier, auch meine Schwester", sagt Michael Pauser, der einst am Georgius-Agricola-Gymnasium sein Abitur ablegte und später zum Studium nach Weimar ging. An der dortigen Hochschule für Musik erhielt er auch Unterricht im Fach Orchesterdirigieren. Von 2008 bis 2011 studierte er zudem Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nachdem er sein Masterstudium abgeschlossen hat, ist er seit Sommer 2015 Doktorand am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Seit 2019 ist er Dramaturgischer Mitarbeiter der Vogtland Philharmonie.

Die 9. Sinfonie von Beethoven erklingt am 24. und 25. Oktober, jeweils ab 17 Uhr in der Glauchauer Sachsenlandhalle. Tickets gibt es unter anderem in der Sachsenlandhalle und der Touristinformation Glauchau.

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