Graffiti zeigt Geschichte des Betriebes

Ein von dem bekannten Meeraner Künstler Tasso gestaltetes Graffiti zeugt von der 176-jährigen Betriebsgeschichte.

Glauchau.

Seit einiger Zeit sorgt die 16 Meter lange Fassade in der Glauchauer Auenstraße wieder für lange Hälse bei Fußgängern und Autofahrern. Der bekannte Graffiti-Künstler Tasso (Jens Müller), der derzeit in Lörrach kreativ ist, hat an der Wand des Unternehmens Rucks Maschinenbau abermals ein raumgreifendes Kunstwerk entstehen lassen. Darauf zu sehen sind spezielle Gummi- und Kunststoffverarbeitungsmaschinen, die der Familienbetrieb herstellt, sowie die dort arbeitenden Mitarbeiter. Die Arbeiten haben laut Tasso etwa vier Wochen in Anspruch genommen. Andreas Wenzel aus Meerane, Inhaber der Agentur Alive und spezialisiert auf Industriefotografie, machte den Entwurf für die Fassade.

Tasso hatte vor 13 Jahren schon einmal die Fassade des Unternehmens verschönert. In den vergangenen Jahren entstanden jedoch Risse an der Wand, und die Farbe verblasste allmählich. Aus diesem Grund wurde die Fassade neu verputzt und der Graffitikünstler abermals angefragt. "Das vorherige Bild hatte einfach nicht mehr den technischen Stand des Unternehmens widergespiegelt. Außerdem war die Idee, die Historie des Unternehmens verstärkt in den Vordergrund zu rücken", erklärt Rainer Rucks, der den mittelständischen Familienbetrieb bereits in fünfter Generation führt.

Ein Blick auf die 176-jährige Betriebsentwicklung zeigt ein mit Geschick und Fleiß durch die Wogen der gesellschaftlichen Entwicklung gesteuertes Unternehmen. "Nach der Wende war der Markt plötzlich mit zahlreichen Maschinenherstellern überflutet. Um zu überleben, mussten wir uns am Markt behaupten. Das haben wir, indem wir uns auf komplexe und innovative Maschinen spezialisiert haben. Damals ein Risiko. Heutzutage verkaufen wir deutsches Fachwissen weltweit", erklärt der diplomierte Bauingenieur. Trotz der guten Auftragslage - das Kundenspektrum im In- und Ausland reicht bis zu großen Konzernen, wie dem Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen Shell - hat das 35 Mitarbeiter große Unternehmen unbesetzte Lehrlingsstellen. "Viele der jungen Leute ziehen in die Ballungsgebiete im Westen. Früher sind bei uns etliche Bewerbungen eingegangen. Heute sieht das anders aus. Dabei bieten wir Lehrstellen in einem interessanten Arbeitsumfeld an", so Rucks. Kürzlich habe der Inhaber das Experiment gewagt und einen jungen Mann mit afghanischen Wurzeln eingestellt. Der Auszubildende mache sich gut. In Sachen Fachsprache erhalte er Nachhilfe. Der Glauchauer Geschäftsführer hofft, mit dem Graffiti auch das Interesse bei jungen reiselustigen Westsachsen zu erregt. Denn 30 Prozent der Arbeitszeit seien die Mitarbeiter im Ausland unterwegs.

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