Herd in der "Bunten Box" bleibt kalt

Damit ist es vorbei: Das beliebte Kochprojekt im Glauchauer Kinder- und Jugendtreff gibt's nicht mehr. Die weitere Förderung steht in den Sternen.

Glauchau.

Zwei Jahre lang hat Isabelle Maier als Verantwortliche das gemeinnützige "Lunchbox"-Projekt im Kinder- und Jugendtreff "Bunte Box" in Glauchau betreut. Seit Ende Mai ist Schluss. Die bisher damit verbundene Förderung, auf die die soziale Kinder- und Jugendeinrichtung angewiesen ist, ist nun ausgelaufen. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keinen weiteren Zuwendungsbescheid erhalten", sagt die 34-Jährige. Ob und inwiefern das Kochprojekt zu einem späteren Zeitpunkt wieder startet, ist ihrer Darstellung zufolge noch völlig unklar. Auch die Stadtverwaltung konnte sich am Montag dazu noch nicht positionieren.

Bei dem Projekt "Lunchbox" handelte es sich um ein gemeinsames Kochprojekt. An drei Tagen in der Woche wurden unter Anleitung von Isabelle Maier frische und gesunde Mahlzeiten zubereitet. 18 Mädchen und vier Jungen im Alter von 8 bis 18 Jahren nahmen an dem Projekt teil. Die Aktionen, die die Koordinatorin mit den Kindern und Jugendlichen durchführte, waren breit gefächert. Besonders standen die Auswahl der Lebensmittel, deren Erzeugung und Verarbeitung im Mittelpunkt. Aus diesem Grund organisierte die Sozialassistentin themengebundene Ausflüge, zum Beispiel zu einem Bauernhof und einem Schlachthof. Zudem bepflanzte sie mit den jungen Köchen die Beete im Außengelände. Ihre Kochkünste stellten die jungen Leute unter anderem während des Sommerfestes im Glauchauer Treff "Freizeitparadies" und einer Veranstaltung im ortsansässigen Clubkino unter Beweis. Dort versorgten sie die Anwesenden mit ihren kulinarischen Köstlichkeiten. Zudem wurden während der Weihnachtszeit Schokoäpfel, gebrannte Mandeln und Kekse auf den Weihnachtsmärkten im Stadtteil Wehrdigt und auf dem Vorplatz der Georgenkirche verkauft. Leckeres haben die Teilnehmer während der Projekttage auch für sich selbst gekocht und gebacken. So wurden beispielsweise Löwenzahnhonig, Müsliriegel und Pralinen hergestellt. Außerdem entstand eine einfache Küche auf dem Außengelände des Kinder- und Jugendtreffs.


"Die junge Leute haben während dieser Zeit viel gelernt. Zum Beispiel das Kalkulieren von Preisen und die Berechnung von Mengen. Auch was es heißt, beim Einkauf Verantwortung zu übernehmen", sagt Isabelle Maier, die bei dem Projekt von der Glauchauer Tafel wöchentlich mit Lebensmittel beliefert wurde. Darüber hinaus habe die gemeinsame Zeit das Gemeinschaftsgefühl gefördert. Die Glauchauer Sozialassistentin, die seit fünf Jahren für den offenen Kinder- und Jugendtreff an der Otto-Schimmel-Straße tätig war, hat inzwischen den Jugendtreff verlassen. Sie hat eine Stelle in einer Kindertagesstätte gefunden. Für Christian Unger, Leiter der "Bunten Box", wird es von nun schwierig, die regulären Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten. "Wir werden versuchen, das Angebot weiter fortzuführen. Jedoch reißt Isabelles Wegfall ein großes Loch in unsere Freizeitbeschäftigungen. Zudem war sie eine wichtige Ansprechpartnerin für die Mädchengruppe", sagt der 33-jährige gelernte Erzieher.

Die "Lunchbox" konnte mithilfe des Programms "Nachhaltige soziale Stadtentwicklung" des Europäischen Sozialfonds finanziell unterstützt werden. Die "Bunte Box" steht dabei für die sozialdiakonische offene Arbeit des CVJM Glauchau. Sie erreicht überwiegend Kinder und Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten und Kulturen.

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