Jäger appelliert an Vernunft im Wald

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Freizeitsportler und Hundebesitzer entdecken im Pulverschnee neue Wege. Das geht allerdings zulasten der Wildtiere.

Gersdorf.

Winterwetter mit viel Schnee lockt die Menschen in die Natur, gerade in Corona-Zeiten. Das versteht auch der Gersdorfer Jäger Marko Pfeiffer (46), der diese Woche dennoch einen Appell veröffentlicht hat. "Das Rehwild ist im Energiesparmodus. Es findet aktuell wenig Nahrung. Jedes Aufscheuchen kostet Kraft", schrieb er im sozialen Netzwerk Facebook. Deshalb wünscht er sich von Spaziergängern und Hobbysportlern auf Langlauf-Ski, dass sie auf Wegen bleiben und die Rückzugsorte der Wildtiere meiden. Das sind vor allem die kleinen Waldstücke, Bäume oder Heckenstreifen, die inmitten von Feldern liegen und normalerweise nicht so einfach zu erreichen sind. Deshalb halten sich Reh, Wildschwein oder Hase oft an solchen Stellen auf.

Jetzt trifft der Jäger aber Menschen auch dort, in manchen Fällen auch noch mit frei laufenden Hunden. "Mit Frost und Schnee kommen die heimischen Wildtiere derzeit problemlos klar, aber sie brauchen Ruhe", betont Pfeiffer. Gerade die Ricken, die weiblichen Rehe, in deren Bäuchen der Nachwuchs heranwächst, sind darauf angewiesen. Unter dem lockeren Pulverschnee finden die Tiere noch Nahrung, deshalb sei es auch nicht nötig, sie zu füttern. Das wird nur in absoluten Notzeiten gemacht, die von der Jagdbehörde ausgerufen werden.

Das richtige Verhalten in der Natur hilft derzeit auch dabei, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Mensch und Hund zu vermeiden. Denn Wildschweine, die im Gersdorfer Revier zahlreich vertreten sind, haben bereits Nachwuchs. Wird ein Muttertier mit seinen Jungen überrascht, kann es passieren, dass es zum Angriff übergeht. "Da hat der Hund eher schlechte Karten und für Menschen kann es auch gefährlich werden", sagt Pfeiffer und nennt ein Beispiel aus seinem Revier. An der Plutostraße war ein frei laufender Hund von einem Wildschwein schwer verletzt worden. Deshalb gehören Hunde laut Pfeiffer in der Natur schlicht und einfach an die Leine.

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