Kita-Erzieherin behält Mädels im Blick

36 Abc-Schützen hat es am Wochenende in Niederlungwitz gegeben. Und die "Freie Presse" war bei einer Familie hautnah dabei.

Niederlungwitz.

So richtig glauben wollte die kleine Philippa aus Niederlungwitz die alberne Geschichte über den mickrigen Zuckertütenbaum nicht mehr. Ja, es war heiß in den letzten Wochen, und es gab viel zu wenig Regen. "Aber ich habe die Zuckertüten oben im Geschäft bei Simmel gesehen und die waren wirklich groß", sagt die kleine Schulanfängerin aufgeregt vor der großen Feier am Samstag. Doch ihre Mutter Susann Seidel weiß es besser. Spätestens, wenn sie ihre eigene Tüte im Arm hält, wird die Freude groß sein.

Schon Tage zuvor herrschte Aufregung. Bei beiden Mädchen stand schon am Donnerstag der wichtige Frisörtermin an, bei dem der Sechsjährigen ein schicker Schnitt verpasst wurde. Etwas kürzer als sonst, dem warmen Sommer angepasst. Ihr Vater Torsten Seidel reiste für diesen wichtigen Tag diesmal auch schon am Donnerstag von der Insel Fehmarn nach Hause. Nach etlichen Stunden Rückreisestau, war er glücklich, endlich ein paar Tage bei seiner Familie zu sein. Der gelernte Stuckateur arbeitet über die Sommermonate bis in den September auf der lieb gewonnen Insel. "Seit der Wende fahren wir in jedem Jahr mindestens ein Mal in den Norden. In der Woche wohne ich quasi auch dort, und meine zwei Mädels können mich jederzeit besuchen", sagt er. Doch diese Fahrten werden nun auf die Ferienzeit beschränkt sein, das stellt dann eine Veränderung im Familienleben dar. "Es stehen doch immer wieder Neuerungen im Leben an, und mit dem Schulstart von Philippa gibt es bestimmt ein paar Einschränkungen in unserem Alltag. Sie genießt ja dennoch die Vorzüge meiner ungeteilten Aufmerksamkeit", sagt die Radiologie-Assistentin Seidel.

Der kleine blonde Wirbelwind, der sich gern auch mal aufs Pferd setzt, Fußball spielt und auch zum Tanztraining nach Meerane gefahren wird, freut sich besonders auf die Unterrichtsstunden Deutsch und Englisch. "Philippa hat schon freitags zur Vorschule einige Lehrer und neue Kinder kennengelernt, das macht den Kleinen den Start einfacher. Da wurde schon still sitzen geprobt", sagt die aufgeregte Mutti. Sie selbst besuchte die Schule in Niederlungwitz zwar nicht, aber ein Großteil ihrer Familie spielte hier schon so manchen Lehrern einen Streich.

In der mittlerweile mehr als 90 Jahre alten Schule wurden schon viele Jahrgänge verabschiedet. Und mit großem Glück kamen für den Start in dieses neue Schuljahr zwei neue Lehrerinnen, die sich beide auf die Übernahme der Erstklässler freuen dürfen. Es war in den letzten Jahren nicht selbstverständlich, dass so viele Schüler hier eingeschult werden konnten. Jetzt freuen sich Pädagogen und Eltern, dass mit einer Klassenstärke von je 18 Schülern ruhigeres Lernen zweizügig möglich ist. Nachdem bereits am Freitag heimlich die Zuckertüten bei den Lehrern abgegeben wurden, war es dann am Samstag endlich soweit: Neben aufgeregten Eltern und Großeltern saßen die stolzen Schulanfänger in der ersten Reihe der feierlich geschmückten Turnhalle und warteten ungeduldig darauf, endlich ihre schweren Zuckertüten in Empfang zu nehmen. Aber es wird nicht alles neu sein für Philippa, viele Freunde aus ihrer Kindergartengruppe trifft sie auch ab dieser Woche regelmäßig in der Schule. Wie ihre Freundin Ryan-Leonie Tischner aus Niederlungwitz, mit der sie sich eine Schulbank teilen wird. Das macht dann auch ihre Erzieherin aus der ehemaligen Igel-Gruppe der Kita "Kinderparadies", Nadine Merz, glücklich. "Zwei Jahre habe ich die Kinder beinahe täglich gesehen", sagt sie und kann ihnen nun über den Gartenzaun auf dem Schulhof winken.

Doch neben den vielen Geschenken und Glückwünschen hat Philippas Familie auch die ein oder andere Überraschung für diesen wichtigen Tag parat: Neben dem Auftritt ihrer Tanzgruppe der Meeta-Girls, wurde auch eine riesige Hüpfburg im Garten aufgestellt, die nicht nur den Kindern viel Spaß bereitete. "Vorsichtshalber haben wir den Pavillon aufgebaut, aber selbst das Wetter spielte optimal mit", freute sich die Mutti der Schulanfängerin, deren Aufregung gegen Abend dann auch verstreicht.


Schulanfänger in Zahlen

In den staatlichen Grundschulen im Landkreis Zwickau werden nach Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung in diesem Jahr 2245 Kinder eingeschult. Vor einem Jahr waren es 2390. In der Region sind es in Glauchau 147, davon 37 in Niederlungwitz, 44 an der Rosariumschule, 46 an der Sachsenalleschule und 20 in der Erich-Weinert- Schule, in Meerane 90 (51 Lindenschule, 39 Engelsschule), in Remse 27 und in Waldenburg 43. Kurzfristig kann es laut Arndt Schubert, Pressesprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, noch leichte Abweichungen geben, die beispielsweise durch Umzüge begründet sind. (sto)

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