Rassekatzen werden herausgeputzt

Am Wochenende richtete der Edelkatzenclub Zwickau/Meerane im Ballhaus "Neue Welt" seine 20. internationale Ausstellung aus, bei der es natürlich auf die Details ankam.

Zwickau/Meerane.

Sie heißen nicht etwa Purzel, Strolchi oder Garfield. Nein, sie tragen klangvolle Namen wie "Frozen King Olaf von der weißen Lilie" oder "Happy Cinderella da Amore Irina". Letztlich verbergen sich dahinter reinrassige Stubentiger. Eine Vielzahl dieser Rassen konnte der Edelkatzenclub Zwickau/Meerane am Wochenende den Besuchern seiner 20. internationalen Rassekatzenschau in der "Neuen Welt" im Zwickauer Norden präsentieren.

"Rassekatzen sind vom Wesen her genau wie andere Katzen: auch: eigenwillig, neugierig und natürlich verschmust. Und daheim werden sie nur beim Kurznamen gerufen, alles andere wäre ziemlicher Unfug", erklärte Marc Weigel. Der 24-Jährige steht seit 2016 als Vorsitzender an der Spitze des derzeit rund 80 Mitglieder zählenden Vereins und züchtet Norwegische Waldkatzen. Im Edelkatzenclub gehört Marc Weigel zu den Jüngeren, und die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Etwa Emil Looks aus Gersdorf. "Katzen finde ich toll. Und auch auf Ausstellungen gehe ich gerne, weil man da so viele Tiere sehen kann", sagte er. Seine Mutter Doris Looks und ihr Lebensgefährte Wolfgang Treßelt freuen sich, dass der Neunjährige ihre Begeisterung für die rassigen Stubentiger teilt. "Wir züchten seit sechs Jahren Maine Coon. Es ist eine wunderbare Rasse, die manchmal auch als der Hund unter den Katzen bezeichnet wird", sagte Doris Looks. Genau wie alle anderen Aussteller waren auch die Gersdorfer gespannt, wie die Preisrichter ihre Katzen bewerten würden. Deshalb gehörte kurz vor dem Augenblick der Wahrheit eine ausgiebige Fellpflege zum Pflichtprogramm.

Mancher tat sogar noch ein wenig mehr. Thomas Probst aus Muldenhammer korrigierte unmittelbar vor der Bewertung die auf den Ohren befindlichen Haarspitzen seiner British Langhaar. "Nein, das ist wirklich kein Schummeln, sondern lediglich der Feinschliff, wie er vor einem Schönheitswettbewerb üblich ist. Beispielsweise werden auch die Augen gereinigt oder es wird geschaut, dass sich im Fell keine Klümpchen befinden", erläuterte er.

Thomas Probst entschied sich erst 2002 für die Zucht von Rassekatzen. Der Grund: Er wohnte an einer stark befahrenen Straße. "Nachdem wir drei Hauskatzen im Straßenverkehr eingebüßt hatten, fiel die Entscheidung, nur noch Rassekatzen in der Wohnung zu halten." Während seine Langhaarkatzen über ein üppiges Fell verfügen, ist das bei den Sphinx-Katzen von Christin Schneider aus Schönheide kaum zu erkennen. "Sie werden zwar Nacktkatzen genannt, aber das stimmt so nicht. Ihr Fell ist lediglich extrem dünn und fühlt sich beim Streicheln an wie ein Pfirsich", sagte sie.

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