Rat: Für mich ein Skandal

Im Waldenburger Ortsteil Schwaben wird ein Eigenheimgebiet von 22 auf zwei Bauplätze reduziert. Stadtrat Ingo Heinig hat damit ein riesiges Problem.

Waldenburg.

Wenn einer der Waldenburger Stadträte das Wort "Skandal" in den Mund nimmt, hat das oft mit der offensichtlichen Gereiztheit zu tun. Sehr häufig spüren die Mitglieder im Gremium, dass sie keinen Spielraum in ihren Entscheidungen haben, die Vorgaben von oben kommen. Im konkreten Fall hat Ingo Heinig (Freie Wähler) im Zusammenhang mit dem künftigen Wohngebiet "Am Sportplatz" im Ortsteil Schwaben gesagt: "Für mich ist das ein Skandal".

Was war passiert? Der Wohnbaustandort wird von einstmals 22 Bauplätzen auf ganze zwei abgespeckt. "Es gibt viele Interessenten, die ein Eigenheim im Grünen bauen wollen, und wir müssen das Gebiet in Schwaben erheblich verkleinern", sagte Heinig, und das, weil das Landratsamt das so will. Zum Hintergrund: Im Jahr 1996 hatte die damals noch eigenständige Gemeinde Dürrenuhlsdorf den Bebauungsplan "Am Sportplatz" aufstellen lassen, mit Platz für 22 Eigenheime. Doch gebaut wurde in all den Jahren nicht. In der Zwischenzeit hat die Stadt Waldenburg einen weiteren Bebauungsplan für Wohnhäuser, nämlich am Lustgarten, aufstellen lassen. Doch der wird laut Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) nur genehmigt, wenn der Wohnbaustandort in Schwaben reduziert wird. Und da sei die Stadt in mehreren Verfahrensschritten jetzt dabei.

Nachdem der Stadtrat bereits Ende Februar den Willen bekundet hatte, den Bebauungsplan in Schwaben von 22 auf zwei Häuser ändern zu lassen und das Areal auf etwa 2000 Quadratmeter zu verkleinern, stimmte er diese Woche dem entsprechenden Entwurf zu, der den Mitgliedern des Rates vorgelegt worden ist. Ingo Heinig enthielt sich der Stimme.

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