Wenn alles zusammenpasst

In der Galerie "Art Gluchowe" stellt derzeit Ramona Markstein aus. Zur Eröffnung am Samstag sang sie gleich mal selbst.

Glauchau.

Ramona Markstein mag runde Sachen, mag es, wenn alles zusammenpasst. Wohl auch deswegen ist sie am späten Samstagnachmittag während der Eröffnung ihrer eigenen Ausstellung gleich selbst ans Mikrofon getreten und hat für die musikalische Umrahmung gesorgt, gemeinsam mit ihrem Mann Tobias Markstein. Er ist Musiker, spielt E-Gitarre und singt, was sonst, Texte, die seine Frau schreibt. Und die sind speziell, weil in erzgebirgischer Mundart geschrieben. So hieß es für die Gäste - es waren mehr da, als es Stühle gab - der Vernissage "Pixel und Papiere" nicht nur den Blick schärfen, sondern auch die Ohren spitzen. Dem genauen Hinhören zu Beginn folgte das genaue Hinschauen nach der Veranstaltung.

Ramona Marksteins Bilder sind keine, die man mal eben so im Vorbeigehen erfasst. Es sind die Details, die sie besonders machen. Sowohl analoge als auch digitale, am Computer entstandene Werke präsentiert sie in dieser Ausstellung. Etwa das Porträt "Sterni mit Hund". Sterni ist Musiker, richtig heißt er Stefan Mösch, war Lead-Sänger und Gitarrist der erzgebirgischen Band De Krippelkiefern. Ihn hat Ramona Markstein in Farbe gemalt, gemütlich sitzend mit Hund und einer Flasche Bier in der Hand. Aus dem scheinbar gewöhnlichen Porträt hat die 36-Jährige eine Collage gemacht, hat Sternis Körper mit sogenanntem Gebrauchspapier - hier ist es beispielsweise eine mehr als 25 Jahre alte, in Schreibschrift bedruckte Papierkonsumtüte - versehen. "Freude am Einkauf" liest der Betrachter und guckt unweigerlich auf die Flasche Bier. Oder ihr farbenfrohes Selbstbild mit Mobiltelefon. Da glänzt vom Scheitel her goldenes Papier fast wie ein Krone. Markstein, die im Hartensteiner Ortsteil Thierfeld zuhause ist, verbindet so in ihren Arbeiten Gewesenes und Gegenwärtiges, Neues und Altes.

Und wenn es bei ihr, während sie im Atelier sitzt, einmal läuft, wenn sie den "Flow" hat, dann vergisst sie sogar zu essen. "Wenn man den ,Flow' hat, dann nennt man das im Erzgebirge: ,es left', erklärte Tobias Markstein, stimmte die Gitarre und hatte den passenden Song parat. Wieder einer zum Ohren spitzen. "Eine gelungene Ausstellung mit sehr dynamischen Bildern, die von den porträtierten Menschen lebt", sagte Nico Tippelt, Präsident des Glauchauer Kunstvereins. Und eine interessante Mischung aus Musik und Kunst sei es obendrein, findet Tippelt, der selbst Musiker ist. Bei Ramona Markstein steht die Malerei nach ihrer Familie ganz oben, die Musik komplettiert das Ganze. "Ich mag eben runde Sachen", sagt sie und freut sich, einen kleinen Teil ihrer etwa 1000 inzwischen entstandenen Bilder in der Galerie hängen zu sehen.

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