"Wir wollen beim Schlachthof Schnellschüsse ausschließen"

Glauchaus Chefin der Wirtschaftsförderung über die Zukunft des alten Gemäuers am Franz-Mehring-Platz

Glauchau.

Unter Federführung der Glauchauer Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Weberag) ist das Projekt "Stadtelier" ins Leben gerufen worden. Aus dem Schlachthof soll ein kreativer Ort werden. Darüber hat Stefan Stolp mit der Geschäftsführerin Astrid Modrack gesprochen.

Freie Presse: Frau Modrack, der alte Schlachthof in Glauchau wird mit dem Projekt "Stadtatelier" in Verbindung gebracht. Was ist darunter zu verstehen?


Astrid Modrack: Der Grundgedanke besteht darin, dem Schlachthof neues Leben einzuhauchen. Wir wollen das Gelände aus sich selbst heraus schrittweise entwickeln und für zeitgemäße neue Arten gewerblicher Betätigung anbieten.

Das klingt sehr theoretisch.

Wir stellen uns einen besonderen Gewerbestandort vor, der durchaus auch neue Branchen und Geschäftszweige aufweisen soll, die es in Glauchau bislang nicht gibt. Dienstleister können sich neben Handwerkern oder Start-Up-Unternehmen ansiedeln, vieles ist möglich.

Gibt es denn schon erste Interessenten?

Ja, verschiedene Partner haben Interesse an dem Projekt bekundet und wollen sich einbringen. Dazu gehören beispielsweise die IHK, die Westsächsische Hochschule, die Berufsakademie Glauchau, der Tourismusverein Zeitsprungland, die Leader- Region Schönburger Land, das Netzwerk Südwestsachsen Digital und viele andere mehr. In einer Kennenlernphase Ende August/Anfang September wollen sich alle vorstellen, miteinander in Gespräch kommen, Fachvorträge halten und aufzeigen, wie ein solches Projekt funktionieren könnte. Mögliche Nutzungen sollen dabei erarbeitet werden. Ein weiteres Ziel ist, jungen Leuten und Familien zusätzliche Optionen in Glauchau anzubieten.

Die Stadt bleibt Eigentümerin des alten Schlachthofes?

Ja. Vorgesehen ist, die Räumlichkeiten für Gründer, Gewerbetreibende auf der Suche nach Wachstumsflächen und verschiedene Projekte kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sollen sich die Nutzer in die Instandsetzung der Gebäude oder auch in den Ausbau des Areals einbringen. Ich verstehe das nicht als Experimentierfeld, sondern als Räume der Möglichkeiten.

Welche zeitlichen Vorstellungen gibt es, das Projekt in die Tat umzusetzen?

Nach der Vorstellung wollen wir in Kooperation mit der Stadt bis zum Frühjahr ein Konzept zur Nutzung erarbeiten, über das der Stadtrat dann diskutieren kann. Die Belebung des Schlachthofes soll langsam erfolgen. Wir wollen Schnellschüsse ausschließen und dennoch eine unkomplizierte Nutzung der Flächen und Gebäude ermöglichen.

Der Schlachthof ist nicht die einzige Industriebrache in der Stadt. Bei der Palla zum Beispiel drückt nach dem gescheiterten Verkaufsversuch viel mehr der Schuh. Warum wird das Projekt "Stadtatelier" nicht dort umgesetzt?

Für solche kleinteiligen Nutzungen, wie wir sie uns mit dem Projekt vorstellen und anbieten wollen, sind die Palla-Gebäude nicht geeignet. Der Komplex ist zu groß. Die Gebäude im alten Schlachthof haben dagegen interessante und für verschiedene Nutzungen geeignete Räume. Innerhalb des Areals gibt es auch große Freiflächen, die man für unterschiedliche Dinge nutzen kann.

Wird es im alten Schlachthof denn auch schnelles Internet geben?

Das gibt es schon. Aktuell liegen Übertragungsraten von etwa 100 Megabit pro Sekunde an.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...