Dennheritz hat jetzt einen Biobauernhof

Christian Franke hat den Landwirtschaftsbetrieb mit 162 Hektar Fläche übernommen und stellt ihn auf Öko um. Auf seinen Feldern wird künftig nicht nur Getreide stehen.

Dennheritz.

Die Ernte ist geschafft, seit Montag ist auch der Mais gedroschen. Landwirt Christian Franke in Dennheritz bleibt etwas Zeit zum Luft holen, bevor die Wintergetreidesaaten in den Boden gebracht werden müssen. Das Saatgut liegt schon bereit, und es unterscheidet sich in einem Punkt von dem im Vorjahr: Es hat Bioqualität. Der Landwirtschaftsbetrieb ist einer der Höfe in Sachsen, die sich für Umstellung entschieden haben. Seit Mai läuft der zweijährige Umstellungsprozess; in diesem Zeitraum hat der Landwirt zwar die aus dem Biobetrieb resultierenden höheren Kosten zu tragen, er darf die Ware aber nicht mit dem Biosiegel schmücken. Erst ab dem dritten Jahr wird die Produktion als Bio anerkannt.

Der 27-Jährige hat den Hof gerade erst vom Schwiegervater Wolfgang Pfeifer übernommen. Der hatte den Hof mit aktuell 150 Hektar Acker- und zwölf Hektar Grünland sowie zehn Kühen nach der Wende als Wiedereinrichter aufgebaut. Der Anstoß für den Schritt in die ökologische Bewirtschaftung - der Hof ist Mitglied beim Anbauverband Gäa - kam Franke, als er ein Thema für eine Facharbeit seiner Wirtschafterausbildung für Landwirtschaft suchte. Gemeinsam mit dem Schwiegervater besuchte er sogenannte Feldtage, um sich ein Bild zu machen. Seine Erkenntnis: Die Ökofelder sahen genauso gut aus, auch ohne Pestizideinsatz. So reifte der Entschluss, es zu versuchen. Und auch die Facharbeit schrieb er über die Umstellung des Hofes. Die Spritztechnik zum Ausbringen der Pestizide hat er bereits verkauft, stattdessen wird nun ein Striegel angeschafft. Dabei handelt es sich um eine leichte Egge mit einstellbaren dünnen Stäben als Zinken, mit der Unkraut maschinell herausgezogen oder verschüttet wird. Die besser verwurzelten Getreidepflanzen bleiben unbeschädigt.

Bislang hat der Landwirtschaftsbetrieb vor allem Getreide sowie Mais und Raps angebaut. Auf Getreide setzt der angehende Ökobauer auch in Zukunft. Wintergerste, Triticale und Winterweizen werden demnächst ausgesät und während der Umstellungszeit als Futtergetreide verkauft. Das ist aber nicht alles. Im Frühjahr kommen noch Ackerbohnen und Kleegras hinzu. Später, wenn die Ware das Biosiegel tragen darf, will Franke noch Sonnenblumen, Schälhafer und Raps anbauen. Dass Franke in Zukunft mehr Sorten auf seinen Feldern stehen hat, ist im Ökolandbau eine Selbstverständlichkeit. Biobauern dürfen keine chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel verwenden. Sie setzen unter anderem auf die regulierende Wirkung einer größeren Fruchtfolge, um den Boden gesund zu halten.

Junglandwirt Christian Franke jedenfalls ist überzeugt, das Richtige zu tun: "Wenn man etwas Gutes für die Landschaft tun kann, warum nicht? Wir versuchen das jetzt, und wenn es funktioniert, bleibt es", sagt der 27-Jährige.

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