DRK dankt Blutspendern mit Brauerei-Rundgang

Ob nach einem Unfall oder bei einer Operation - ohne Blutspenden könnten viele Menschenleben nicht gerettet werden. Doch nur wenige Personen sind bereit, ihr eigenes Blut abzugeben.

Gersdorf.

Auf den ersten Blick wirkt Christian Wendler zufrieden. Nach und nach begrüßt er die Gäste, die der DRK-Kreisverband von Hohenstein-Ernstthal eingeladen hat. Schnell füllt sich das kleine Zimmer im alten Sudhaus der Brauerei von Gersdorf. Geladen sind Menschen, die im Laufe des vergangenen Jahres bereits zum 50. Mal ihr Blut gespendet haben. Stammspender, die für das DRK enorm wichtig sind. Doch Christian Wendler, Referent des DRK-Kreisverbandes, weiß auch, dass fleißige Spender allein nicht reichen.

"Von denen, die tatsächlich spenden könnten, tun das nur etwa drei Prozent", sagt er. Menschen zum Abgeben des eigenen Blutes zu bringen, die das noch nie zuvor gemacht haben, ist nicht leicht. "Mit Plakaten können wir die Leute nicht überzeugen", weiß Wendler. Stattdessen würden die meisten Menschen durch Verwandte oder Bekannte zur Blutspende überzeugt werden.

Dass die Spendenbereitschaft oft durch gutes Zureden aus dem eigenen Umfeld kommt, zeigt auch das Beispiel von Mario Schneider. Der Lichtensteiner ist auch mit dabei in der Brauerei, hat bis heute bereits 55-mal sein Blut abgegeben. "Um ehrlich zu sein, wurde ich damals von meiner Frau zum Blutspenden überredet", gibt er zu. Auch sein Sohn sei beim DRK. "Ich komme also gar nicht ums Spenden herum", sagt er lachend. Dennoch gibt er heute gern sein Blut ab, räumt sich dafür viermal im Jahr die Zeit frei. Dabei ist er sich nicht einmal sicher, ob er jemals selbst eine Blutkonserve benötigt hat. "Als Kind bin ich mal aus dem Fenster gefallen, aber das ist zu lang her, um mich genau zu erinnern", sagt Schneider.

Als Dankeschön bekommt er an diesem Abend außer dem Rundgang auch noch eine Urkunde und ein Buch über die Autobahnen des Landes. "Es ist einfach ein kleines Dankeschön an die Spender. Andernorts gibt es so etwas zum Teil nicht", sagt Christian Wendler. Im Bereich Hohenstein-Ernstthal laufe es gut - im Jahr werden hier etwa 3500 Spenden abgegeben. Zum Vergleich: In Deutschland werden jeden Tag etwa 15.000 Blutkonserven benötigt. Es muss also recht viel gespendet werden.

"Solang alles normal läuft, reicht das aktuelle Spendenaufkommen", meint Wendler. In Notlagen, so sagt er, könnte es aber eng werden. Stabile Ortsvereine, die nah an den Menschen dran sind, seien deshalb umso wichtiger. Und wenn es nach Christian Wendler geht, dann gibt es diese in der Region um Hohenstein-Ernstthal. "In der Stadt selbst, aber auch in Lichtenstein, Oberlungwitz, Gersdorf und in Wüstenbrand gibt es Ortsvereine, die sich um die Spenden kümmern", sagt er. Auch im nächsten Jahr wird er daher wieder Stammspender einladen können.

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