Einsatzstärkste Wehr mit neuer Führung

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal steht in den nächsten Jahren eine Millioneninvestition an. Außerdem gibt es einen Generationswechsel an der Spitze.

Hohenstein-Ernstthal.

In der Freiwilligen Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal geht eine Ära zu Ende. Wehrleiter Manfred Dietz (63) wird im März verabschiedet. Er war von 1992 bis 1996 zunächst Chef der Feuerwehr im Callenberger Ortsteil Grumbach und ist seit April 1996 Wehrleiter in Hohenstein-Ernstthal. Sein Nachfolger steht seit Freitagabend fest. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Rico Leuschner mit knapper Mehrheit zum neuen Gemeindewehrleiter gewählt. Der 30-Jährige setzte sich mit 54 zu 50 Stimmen gegen Sven Weinhold durch, der bereits Ortswehrleiter von Hohenstein-Ernstthal ist.

Das Ergebnis kam zumindest für Außenstehende überraschend, weil Leuschner bisher keine Leitungsfunktion in der Feuerwehr innehat. "Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit den Ortswehrleitern. Darauf werde ich angewiesen sein", sagt Leuschner, der für die Wehren in Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand zuständig ist. Er wurde mit 16 Jahren Feuerwehrmann, war zunächst aber in Langenchursdorf tätig. Seit sechs Jahren ist er Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal. Die hatte im Jahr 2018 wieder viel zu tun. Insgesamt 156 Einsätze stehen in der Statistik, im Jahr zuvor waren es 130. Schwerpunkt waren auch im vergangenen Jahr die technischen Hilfeleistungen, zu denen die Kameraden gleich 93-mal ausrückten. Neben Unwetterschäden waren dabei Unfälle ein Schwerpunkt, unter anderem auf der Autobahn A 4 und deren Zubringern. "Die Unfälle auf der A 4 sind immer nicht ganz ohne", sagte Manfred Dietz mit Blick auf die Einsätze. Ebenso positiv wie die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren, die zum Beispiel beim Großbrand im Gersdorfer Betonwerk gut klappte, schätzte Dietz die personelle Entwicklung ein. Die Zahl der aktiven Feuerwehrleute stieg von 71 auf 82, unter anderem auch durch Seiteneinsteiger, die jetzt in der Wehr mitmachen. Die Gesamtzahl der Mitglieder ist dagegen von 166 auf 150 gesunken, da laut Dietz einige Kameraden gestrichen worden sind, die nur noch auf dem Papier zur Wehr gehörten.

Ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit richtete Dietz nicht nur an die Kameraden, sondern auch an Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU), dessen Vorgänger Erich Homilius und den früheren Kreisbrandmeister Bernd Reimann. Denn sie waren maßgeblich mitverantwortlich für die Investitionen in zwei Gerätehäusern und sieben Fahrzeugen, die Manfred Dietz in seiner Amtszeit als Gemeindewehrleiter realisierte. "Wenn wir uns unterhalten haben, haben wir für jedes Problem immer eine Lösung gefunden", lobte Dietz.

Die nächsten Anschaffungen werfen ihre Schatten bereits voraus, wofür laut Oberbürgermeister Lars Kluge in den Jahren 2019 und 2020 mehr als 1 Million Euro fließen werden. Zwei Mannschaftstransporter für die Ortsfeuerwehren Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand sind bereits bestellt. Dabei beteiligte sich die Stadt laut Kluge bewusst nicht an der Sammelausschreibung von Feuerwehren im Landkreis, um flexibler zu sein.

Eine neue Drehleiter, die etwa 750.000 Euro kosten dürfte, wird demnächst ebenfalls bestellt. Bis zu 480.000 Euro Fördermittel könnten dafür fließen, der Rest muss aus der Stadtkasse kommen. Zudem sollen rund 130.000 Euro in das Gerätehaus an der Turnerstraße in Hohenstein-Ernstthal und 25.000 Euro in das Wüstenbrander Gerätehaus investiert werden.

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