Endlich: Hilfsverein erhält Hilfe durch Zwickauer Jobcenter

Ab heute unterstützen zusätzlich zwei Frauen den Verein Kinderhilfe in Lichtenstein. Vor allem bei der Betreuung der Sprösslinge von Asylbewerbern. Im Vorjahr waren die Ehrenamtlichen vom Verein mit ihrem Hilferuf noch gescheitert.

Lichtenstein.

Für Vereinschefin Ute Hoch ist das gewissermaßen ein Geschenk zum Tag des Kindes: Just zum heutigen 1.Juni nehmen zwei Frauen ihre Tätigkeit in den Räumen des Kinderhilfsvereins am Lichtensteiner Altmarkt auf. Für ein halbes Jahr werden sie die dortige Ehrenamts-Truppe unterstützen. Dafür hat das Jobcenter Zwickau zwei sogenannte Arbeitsgelegenheiten - ähnlich der althergebrachten Ein-Euro-Jobs - bewilligt. 20 Stunden in der Woche können die beiden Frauen für den Verein arbeiten, erhalten dafür eine Mehraufwandsentschädigung.

Für die Leute um Ute Hoch ist das ein Segen. Immerhin betreut der Verein durchschnittlich 40 Mädchen und Jungen, davon sind die Hälfte Sprösslinge von Asylbewerbern. Deren besondere Betreuung vor allem hat den Aufwand für den Verein bedeutend vergrößert. Während der Sommerferien im vergangenen Jahr stießen die Helfer an ihre Grenzen. Weshalb der Verein auf öffentliche Hilfe setzte. Man entwickelte ein Projekt mit dem Titel "Angekommen". Darin war das Ziel formuliert, Flüchtlingen das Ankommen und Leben in Deutschland zu erleichtern, die hiesige Kultur nahezubringen. Und beantragte beim Jobcenter in Zwickau für zwei Leute eben jene Arbeitsgelegenheiten. Die Behörde lehnte ab. Begründung: "Die Aufgaben in der beantragten Maßnahme gehören zur originären Vereinstätigkeit und sind somit nicht zusätzlich." Dies sei jedoch eine der Fördervoraussetzungen. Auch mit einem zweiten Versuch scheiterte Ute Hoch. Erst als sich Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Die Linke) einschaltete und bei der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit vorstellig wurde, stellte man eine Lösung für Lichtenstein in Aussicht. Die ist nun gefunden worden. Die beiden Arbeitsgelegenheiten wurden dem Verein übrigens für das Projekt "Integration" bewilligt.


Für Ute Hoch ergibt sich daraus ein zweiter nützlicher Effekt. "Wir können jetzt auch unseren Plan verwirklichen, die Öffnungszeiten für unseren Kindermarkt zu erweitern." In dem am 14. Februar in den Räumen des einstigen Spielwarengeschäfts am Altmarkt eröffneten Gratisladen werden gespendete Kleidungsstücke, Spielsachen, allerlei Dinge des täglichen Bedarfs und anderes mehr angeboten. "Auf diese Weise konnten wir schon vielen finanzschwachen Familien mit Kindern helfen", so Ute Hoch. Bisher habe man unter anderem Tische und Stühle, Kinderbetten, Kinderwagen, Polstermöbel, Fernseher, Fahrräder, Puppenwagen und Kinderbekleidung vermittelt. Zudem sei der Kindermarkt auch ein Stützpunkt des Vereins. "Dort können unsere Helfer, die jetzt durch die beiden Frauen zusätzlich unterstützt werden, auch mit Eltern sprechen, ihnen alle Angebote unseres Kinderhilfsvereins nahebringen."

Bislang ist der Markt dienstags von 9 bis 17 Uhr, mittwochs von 9 bis 12Uhr und donnerstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Durch die Bewilligung der Arbeitsgelegenheiten kann der Laden laut Hoch künftig auch freitags öffnen, und zwar von 9 bis 14 Uhr. Die Vereinschefin ist guter Dinge, dass die Unterstützung durch das Jobcenter keine Eintagsfliege bleibt. "Nach Ablauf der bislang bewilligten sechs Monate wollen wir unseren Antrag erneuern, hoffen auf die Genehmigung für ein weiteres halbes Jahr", sagt sie.

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