Feldermäuse: Mit Experten auf Exkursion

Die geheimnisvollen Flattertiere waren am Samstagabend in Rödlitz nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.

Rödlitz.

Wer mehr über Fledermäuse erfahren wollte, war am Samstagabend in Rödlitz an der richtigen Adresse. Heiko Goldberg, Fledermausexperte aus Wilkau-Haßlau, und Tobias Rietzsch vom Naturschutzverein Rödlitztal, gestalteten eine informative Exkursion, bei der die geheimnisvollen Flattertiere nicht nur zu sehen, sondern vor allem auch zu hören waren. Das wurde durch spezielle Ultraschalldetektoren möglich. Sie wandeln die Ultraschall-Echoortung, mit der sich die Fledermäuse orientieren, in für den Menschen hörbare Geräusche um. An einem kleinen Teich wurde es da bei einsetzender Dunkelheit zeitweise ziemlich laut. "Das Erste was sie anfliegen, ist das Wasser", erklärte Goldberg den Teilnehmern. Denn genau wie andere Tiere oder der Mensch haben Fledermäuse natürlich auch Durst. Nachdem sie tagsüber geschlafen haben, starten sie mit Beginn der Nacht die Jagd nach Insekten und können mit etwas Glück gesehen, aber eben nicht ohne technische Hilfsmittel gehört werden.

Durch die unterschiedlichen Frequenzen können Experten die Tiere zumindest grob bestimmen. "Drei unterschiedliche Arten waren es mit Sicherheit, es könnten aber auch mehr sein", sagte Goldberg. Nur mit Ultraschall allein sei keine exakte Bestimmung möglich, aber die Wasserfledermaus sei mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit unterwegs gewesen. Im Landkreis Zwickau wurden schon 16 verschiedene Arten nachgewiesen, im Freistaat Sachsen 20 und weltweit über 1000. Sie leben an verschiedensten Stellen, wie Höhlen, Dachböden oder in Mauerfugen. So kann es beispielsweise sein, dass unsanierte Plattenbauten aus DDR-Zeiten oder die vielbefahrene Autobahnbrücke bei Zwickau zu Fledermausrefugien werden. Mit speziellen Fledermauskästen oder der Offenhaltung von Einflugmöglichkeiten in alten Dachböden kann laut Goldberg den Tieren geholfen werden. Der Experte erforscht regelmäßig die Quartiere, in den die verschiedenen heimischen Fledermäuse oder Tiere auf dem Durchzug Unterschlupf finden. Denn sie sind vom Aussterben bedroht und entsprechend geschützt, sodass beispielsweise bei Bauprojekten auf den Fledermausschutz zu achten ist. "Man muss mit den Leuten ins Gespräch kommen und sie überzeugen. Dann lässt sich einiges tun", betont Heiko Goldberg, der als Naturschutzhelfer und Fledermausbeauftragter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau tätig ist. Gefordert seien auch Landwirtschaft und Gartenbesitzer, die möglichst auf Chemie verzichten, hier und da auch Wildwuchs ermöglichen sollten, denn nur so gibt es Lebensraum für Insekten, die wiederum die Nahrung der Fledermäuse sind. Tobas Rietzsch vom Verein Rödlitztal betreibt derzeit ein Projekt zur Insektenkartierung in einem Waldgebiet bei Rödlitz, hatte aber auch eine echte Fledermaus dabei. Die verletzte Zwergfledermaus lebt derzeit in der Wildtierauffangstation des Vereins.

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