Gewerbegebiet: Weitere Firmen wollen sich ansiedeln

Das Gebiet zwischen Crimmitschau und Meerane wächst in einem rasanten Tempo. Die nächsten Firmen klopfen an die Tür.

Crimmitschau/Meerane.

1500 Frauen und Männer sollen künftig einmal in den Hallen, die im neuen Gewerbegebiet zwischen Crimmitschau und Meerane entstehen, arbeiten. Eine Fläche von rund 65 Hektar wird erschlossen. Mit DHL (Baufeld 1) und Rhenus (Baufeld 2) haben sich bereits zwei große Logistikunternehmen angesiedelt. Am 16.Oktober folgt das Richtfest für eine 40.000 Quadratmeter große Halle, in der Volkswagen die Fahrwerksysteme für die neuen Elektrofahrzeuge herstellen wird (Baufeld 4).

Die engen Abstimmungen, die es zur Erschließung des Areals in den letzten Monaten zwischen den Städten Crimmitschau und Meerane gab, sind nun in einem Koordinierungsvertrag festgeschrieben. Der Crimmitschauer Oberbürgermeister André Raphael (CDU) und der Meeraner Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) haben am Montagmittag die Unterschriften unter die Vereinbarung gesetzt. Darin ist unter anderem geregelt, dass sich die Stadtwerke Meerane um die Energieversorgung und die Anbindung an das Breitbandnetz kümmern. Auch für die Anlagen der Löschwasserversorgung ist Meerane verantwortlich. Der Großteil der Bauanträge landet auf dem Schreibtisch der Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde in Meerane. Crimmitschau ist nur für einen Bereich (Baufeld 5) zuständig. Die Festlegung zwischen den beiden Nachbarstädten füllen gerade einmal zwei A4-Seiten. "Der Vertrag ist ein Beispiel der Entbürokratisierung", sagt André Raphael, der von pragmatischen Lösungen spricht und die gute Abstimmung zwischen den Fachämtern in den beiden Rathäusern lobt.

Der einzige Unterschied: In Crimmitschau hat der Stadtrat mit einem Beschluss am Donnerstag dem Koordinierungsvertrag zugestimmt. In Meerane wurden die Mitglieder des Stadtrates lediglich informiert. "Das ist ein Geschäft der laufenden Verwaltung", sagt Lothar Ungerer, der allerdings schon die nächste Ansiedlung verkündet hat: In eine weitere Halle (Baufeld 6) soll das Unternehmen SAS Automotive Systems, das derzeit sein Werk noch in Zwickau-Crossen hat, ziehen. "Dazu ist mittlerweile auch schon ein Bauantrag eingegangen", sagt Lothar Ungerer, der wahrscheinlich schon im November mit einer Entscheidung rechnet.

In der Vergangenheit war stets angedacht, dass die beiden Städte für die Erschließung des Gewerbegebietes einen Zweckverband bilden. Darauf kann nun verzichtet werden - aus verschiedenen Gründen: Mit dem Metawerk hat man einen Partner gefunden, der sich um den Ankauf der Grundstücke kümmert. Das Verfahren hätte viel Zeit in Anspruch genommen. "Dabei geben die Unternehmen aus der Wirtschaft hier das Tempo vor", sagt Raphael. Dazu kam mit dem Gewerbegebiet-Zweckverband zwischen Lichtenstein und St. Egidien ein abschreckendes Beispiel aus der Region. Dort befinden sich die beiden Kommunen - trotz des Zweckverbandes - in einem Dauerstreit.

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