Gießsäcke retten Bäume

Ein ungewöhnliche Maßnahme soll den jungen Straßenbäumen an der B 180 über die trockene Periode hinweghelfen.

Callenberg.

Nicht einmal ein Drittel des langjährigen Niederschlagsdurchschnitts ist in Teilen der Region im Juli gefallen. Da auch der Grundwasserstand durch die Trockenheit der letzten Jahre sehr niedrig ist, macht das den Bäumen zu schaffen. Vor allem neugepflanzte Bäume brauchen regelmäßig Wasser. Das bekommen sie an der B 180 zwischen Callenberg und Waldenburg auf ungewöhnliche Weise. An ihnen stehen Gießsäcke.

Verantwortlich für die Straße ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das die Säcke aber nicht selbst angebracht hat. "Im vorliegenden Fall hat die beauftragte Landschaftsbaufirma entschieden, Gießsäcke zu verwenden", erklärt Lasuv-Strecherin Rosalie Stephan.

Für die Bäume und ihre Pflege ist die Firma Piepenbrock Begrünungen aus Zwickau zuständig. Laut Bauleiter Sören Schmiedel braucht ein Baum pro Gießdurchgang 70 bis 100 Liter Wasser. "Es dauert aber lange, bis der trockene Boden die aufnimmt", erklärt er. Deshalb wird nur wenig direkt gewässert. Der Großteil kommt in die mehr als 70 Liter fassenden Säcke, die das Wasser dann nach und nach abgeben. "Das ist je nach Modell unterschiedlich. Gut ist, wenn es in etwa 24 Stunden passiert. Ansonsten verdunstet zu viel", sagt Schmiedel. Die Säcke kommen zunehmend zum Einsatz und werden bei der aktuellen Trockenheit etwa alle 14 Tage gefüllt. Die ersten ein oder zwei Jahre seien für einen Baum die schwierigsten. Bis er sich wirklich etabliert hat, dauert es aber bis zu zehn Jahre.

Hitze und Trockenheit stellen auch das Lasuv vor die Frage, welche Bäume künftig zum Einsatz kommen. "Hinsichtlich trockenresistenter Sorten liegen bisher noch keine langjährigen Versuchsergebnisse vor", erklärt Rosalie Stephan. Aus Naturschutzgründen dürfen nur heimische Arten wie Spitzahorn, Winterlinde, Hainbuche und Stieleiche gepflanzt werden. Mit Blick auf den Verkehr ist es wichtig, dass sie schmale Kronen haben.

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