Im Bellevue trifft Ehrenamt auf Prominenz

Einmal im Jahr lädt der Bundespräsident zum Bürgerfest ein. Diesmal durfte sich Mario Müller vom Musikverein Lichtenstein unter die 4000 Teilnehmer mischen. Jetzt gab er seine Eindrücke wieder.

Berlin-Tiergarten.

Mit allem hätte Blasmusiker Mario Müller gerechnet, aber nicht, dass er im Garten des Schlosses Bellevue unter 4000 Menschen plötzlich neben DDR-Rockmusik-Legende Dieter "Maschine" Birr von den Puhdys stehen würde. "Wir haben uns begrüßt und einen kurzen Schwatz gehalten. Er ist ja unverkennbar, sieht mit seinen langen Haaren noch genauso aus wie früher. Das war die Band meiner Jugendzeit", sagt Müller. Zusammen sind die beiden "Alt wie ein Baum", genau 127 Jahre.

Mario Müller (53) war Gast des Bürgerfestes, zu dem der Bundespräsident einmal im Jahr verdiente Ehrenamtler einlädt. "Ich habe dort viele angenehme Menschen getroffen. Und Dieter Birr gehört mit Sicherheit dazu, der ist sehr sympathisch", erinnert sich Müller an das Erlebnis. Seine Vereinskollegen hatten ihn wegen seines unermüdlichen Engagements im Musikverein Lichtenstein vor zwei Jahren beim Freistaat für eine Auszeichnung vorgeschlagen. Damals zeichnete ihn aber schon die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände mit der Verdienstmedaille in Gold aus. Der Vorschlag lag auf Eis. Nun die Einladung zum Bürgerfest. Das Bundespräsidialamt hatte unter 30 sächsischen Vorschlägen 20 ausgewählt. Müller war dabei.

"Frank Walter Steinmeier war natürlich mit Abstand der begehrteste Gesprächspartner und immer dicht von Journalisten und Security umlagert. An ihn war kein Herankommen, dafür konnte ich kurz mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprechen", sagt Müller. In Begleitung seiner Lebensgefährtin Karen Schelze durfte der Blasmusiker zwischen 15 und 1 Uhr bei herrlichem Sommerwetter im Schlosspark eine Riesenportion Musik erleben. Auf drei Bühnen ging es rund. Unter anderem spielten die Sächsische Bläserphilharmonie, früher Rundfunkblasorchester Leipzig, und die Bigband der Bundeswehr. "Da hörst du die Professionalität heraus", zeigt sich Müller noch immer begeistert. Auch die Auftritte der Bands Stilbruch, BEM, von Gregor Meyle und der italienischen Rockröhre Gianna Nannini erlebte der Lichtensteiner Vereinschef mit. Das Fest wird immer von einem Bundesland in thematischer Verbindung mit einem europäischen Land ausgerichtet und stand diesmal ganz im Zeichen der Kombination Sachsen-Italien. Deshalb waren beim Fest sächsische Firmen wie Schloss Wackerbarth, Friweika aus Weidensdorf und Rotkäppchen vertreten.

"Es gab auch eine Bühne, auf der politische Podiumsdiskussionen zu brandaktuellen Fragen stattfanden. Auf dem Fest war vom Professor bis zum Feuerwehrmann alles vertreten. Dort trifft Ehrenamt auf Prominenz", sagt Müller. "In den Gesprächsrunden wurde immer wieder eines deutlich. In der heutigen Zeit kommt es mehr denn je darauf an, die Demokratie in unserem Land zu stärken."

Das Schloss durfte er sich natürlich auch ansehen. Fast alle Räume waren für die Gäste zugänglich. "Ich war erstaunt, dass es dort keinen übermäßigen Prunk gibt. Für mich war dieser Tag ein beeindruckendes Erlebnis", gesteht Müller. Bei denen, die ihn dafür vorgeschlagen haben, bedankte er sich auf postalische Weise. "Man konnte vorbereitete Postkarten mit dem Stempel des Präsidialamtes versenden. Die habe ich an meine Vereinskollegen geschickt", sagt Mario Müller.

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