Kumpel-Galerie im Bergbaumuseum geplant

Der Bergbau hat der Region dereinst Wohlstand gebracht. Die Tätigkeit war harte Knochenarbeit. Das Oelsnitzer Museum möchte in der neuen Dauerausstellung diese Menschen würdigen.

Oelsnitz.

Nach dem Krieg hat der gelernte Tischler Erich Kunze sein Glück im Bergbau gesucht und gefunden. Das war nicht unbedingt vorhersehbar. Doch wegen des Holzmangels war in der direkten Nachkriegszeit für Tischler nichts zu tun. Und auch seine zweite Ausbildung - der Flugzeugbau - war in diesen Zeiten nicht gefragt. Anders war das im Bergbau. Dort war Arbeitskraft bitter notwendig. Also begann Erich Kunze dort als Hilfsarbeiter. So erzählt dessen Sohn Volkmar Kunze (74) die Geschichte seines 1993 verstorbenen Vaters. Er berichtet auch, wie sein Vater 1950 seine Hauerprüfung gemacht hat und nach Zwickau zum Direktstudium delegiert worden war. Zwischen 1951 und 1953 lernte er alles, was ein Steiger wissen musste. Als solcher arbeitete er dann ab 1953.

Es sind solche Menschen, deren Gesichter im Bergbaumuseum der Nachwelt präsentiert werden sollen. Geschehen wird dies im sogenannten Turmstützenraum. Dort soll eine Galerie entstehen, die den Persönlichkeiten des Bergbaus und eben den zahlreichen einfachen Arbeitern oder Angestellten vorbehalten sein soll. Museumsdirektor Jan Färber möchte diese Kumpel-Galerie schon zur Landesausstellung 2020 präsentieren. Sie soll darüber hinaus Teil der Ausstellung bleiben. Damit verbunden ist der Anspruch, auch etwas von dem Lebensgefühl der Kohlereviere zu transportieren.


Daran hat Volkmar Kunze noch Kindheitserinnerungen, die eng mit der Tätigkeit seines Vaters verbunden sind. "Wir haben ihn nicht oft gesehen. Er ging morgens um sechs aus dem Haus und kam abends um zehn zurück", erinnert sich Kunze an die Zeit in der August-Bebel-Straße in Oelsnitz. "Es kam auch vor, dass bei uns nachts am Fenster geklopft wurde und eine Stimme wisperte: 'Erich, Du musst auf Arbeit kommen. Es brennt.'" Volkmar Kunze selbst hat nur während einer Ferienarbeit im Bergbau gearbeitet. "Die Erzählungen meines Vaters haben mich abgehalten", gibt er zu.

Dann und wann war in den Familien und unter den Bergleuten auch von Toten die Rede. "In Oelsnitz hingen die Fahnen dann auf halbmast", erinnert sich Volkmar Kunze. Der heute 74-Jährige räumt ein, dass seine Erinnerungen nach all den Jahren lückenhaft sind. Es sind eher einzelne Anekdoten, die ihm im Gedächtnis geblieben sind.

Foto gesucht: Sie waren Bergmann oder kennen jemanden, der auf dem Schacht gearbeitet hat - egal, ob in Oelsnitz, Gersdorf, Lugau oder Zwickau? Sie möchten dem Museum Fotos zur Verfügung stellen und haben eine Geschichte dazu? Dann melden Sie sich beim Museum:

info@bergbaumuseum-oelsnitz.de

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