Morddrohung gegen Stadtrat - Behörde stellt Ermittlungen ein

Die Staatsanwaltschaft Zwickau hat die Akte im Fall Alexander Weiß ergebnislos geschlossen. Der Kommunalpolitiker will sich nicht von seinen Zielen abbringen lassen.

Hohenstein-Ernstthal.

Linken-Stadtrat Alexander Weiß (25) aus Hohenstein-Ernstthal hat Post von der Staatsanwaltschaft Zwickau bekommen. Besonders gefreut haben wird er sich über den Brief nicht. Die Behörde hat die Ermittlungen wegen einer Morddrohung, die gegen den Stadtrat gerichtet war, eingestellt.

Sie teilt Weiß mit, dass die Akte in dieser Sache geschlossen worden ist, "weil der Täter bisher nicht ermittelt werden konnte." Der Staatsschutz hatte die Ermittlungsarbeit übernommen. Weiß, der seit 2014 im Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal sitzt und Fraktionschef der Linkspartei ist, sagte am Mittwoch: "Ich bin jetzt schon etwas ernüchtert. Es bleiben einige Fragen offen."

Im April hatte die Lebensgefährtin von Weiß im Briefkasten ein Schreiben vorgefunden. Auf dem Kuvert waren aber weder Empfänger noch Absender vermerkt. Den Inhalt behandelten Kripo beziehungsweise Staatsschutz als Morddrohung (Paragraf 241 Strafgesetzbuch). "Weiß, Du Idiot, überlege Dir was Du sagst sonst kriegst du mal eine richtige auf die Schnauze und du siehst deine Alte nicht mehr. Also Weiß halte deine Fresse wir garantieren für nichts", hieß es wörtlich in dem Schreiben. Es war handschriftlich unterzeichnet, die Unterschrift allerdings nicht zu entschlüsseln. Weiß erstattete daraufhin Anzeige. Der Staatsschutz ermittelte gegen Unbekannt. Der Täter wurde vornehmlich im Bereich des Schützenhauses gesucht. Bis die Ermittlungen jetzt ergebnislos eingestellt wurden.

Der Drohbrief hatte einen kommunalpolitischen Hintergrund. Aus dem weiteren Inhalt des Drohbriefes ging hervor, dass Weiß offenbar wegen Äußerungen zur Belebung der Stadt attackiert wurde. Der Stadtrat hatte in einem Interview mit der "Freien Presse" vorgeschlagen, im Schützenhaus wieder regelmäßig Diskotheken durchzuführen. Der unbekannte Briefschreiber: "Du dumme Sau wohnst an ... und hast dort deine Ruhe und wir die am Schützenhaus wohnen sollen wieder den ohrenbetäubenden Lärm einer Diskothek ertragen."

Alexander Weiß, der auch Mitglied des Vorstandes des Landesverbandes der Linken ist, will aber weiter an seinem Ziel, die Stadt zu beleben, dranbleiben. "Ich biete allen, auch dem Briefschreiber, ein sachliches Gespräch an", sagte er. Die Staatsanwaltschaft beendete ihr Schreiben an Weiß: "Sollte der Täter im Verlauf weiterer Ermittlungen bekannt werden, erhalten Sie Mitteilung."

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