Muldedamm; Schafe stehen auf dem Trockenen

Die anhaltende Trockenheit bereitet Schafhaltern in der Region Probleme

Glauchau.

Es ist trocken auf den Wiesen entlang der Mulde zwischen Glauchau und dem Waldenburger Ortsteil Schlagwitz. Auf den ausgedörrten Boden finden die 600 Schafe von dem Landwirtschaftsbetrieb "Fermila" nicht mehr viel Grünes zum Knabbern.

Auch die letzten Regenfälle konnten daran nichts ändern, sagt Geschäftsführer André Sett. Es brauche schon über mehrere Wochen ergiebigen Regen, damit sich die vertrockneten Wiesen erholen könnten und wieder den nötigen Eiweißgehalt beinhalten. Gerade jetzt während der Deckzeit wirkt sich das negativ aus. Er befürchtet, dass dadurch weniger Lämmer auf die Welt kommen werden. "Die Mutterschafe sind weniger bockfreudig", erklärt der 50-Jährige. Schon letzten Sommer hat die lang anhaltende Trockenheit Probleme verursacht. Die Tiere musste er bereits im August in den Stall holen, weil sie auf den Wiesen nicht ausreichend Futter fanden und zugefüttert werden musste. "Mittlerweile ist die Schafhaltung eine Nullgeschichte für uns. Damit lässt sich nicht viel Geld verdienen", sagt er.


Heike Börngen von der Agrarproduktion Dennheritz steht vor dem gleichen Problem. "Schafe sind genügsame Tiere. Doch derzeit ist die Futtersituation sehr kritisch", betont die Westsächsin. Die 350 Schafe des Betriebs beweiden den Muldedeich in Glauchau. Durch die Hochwasserschutzmaßnahmen zwischen Mosel und Wernsdorf sei dieses Jahr eine große Futterfläche für die Herde weggefallen. "Dieses Jahr ist die Schafhaltung ein Minusgeschäft für uns", resümiert die Schafexpertin. Trotz allem sind Notschlachtungen noch kein Thema. Das würde zwar in dem Moment Geld einbringen, wäre aber langfristig gesehen für den Betrieb unwirtschaftlich. "Die Mutterschafe werden für die Reproduktion gebraucht", erklärt Börngen.

Vorigen Sommer hat das Landwirtschaftsministerium während der lang anhaltenden Trockenheit bereits Maßnahmen für Landwirte ergriffen. Um Futterengpässen zu begegnen, dürfen sie ihre Tiere auf ökologischen Brachflächen weiden lassen. Damit soll verhindert werden, dass die Betriebe ihre Tiere aus Futtermangel schlachten müssen. "Die unbürokratische Freigabe von Flächen hilft uns Landwirten sehr", lobt Sett das Vorgehen des Ministeriums.

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