Musical-Express macht am Markt Pause

Die Stadtpassage Hohenstein-Ernstthal feiert ihr Jubiläum "25 Jahre". In dem Rahmen gibt es am Sonnabend die "Nacht der Züge" im Schützenhaus. Die Darsteller sind schon mal im Kostüm durch die Stadt gedampft.

Hohenstein-Ernstthal.

Wann sind Sie denn das letzte Mal mit dem Zug gefahren? Lange her? Am Sonnabend fährt einer sogar bis in "Schützenhaus": Bitte einsteigen und die Türen schließen! Vorsicht an der Bühnenkante! Anlässlich des Jubiläums "25 Jahre Stadtpassage Hohenstein-Ernstthal" steht im Schützenhaus die "Nacht der Züge" auf dem Programm. Was da optisch und musikalisch durch den Saal dampft, dürfte Musicalfans aus "Starlight-Express" bekannt vorkommen.

Die Macher der spritzigen Aufführungen um 15 und 20 Uhr sind die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen des Neuwürschnitzer Carnevalsvereins (NCV). Ein Carnevalsverein und Musical? Geht denn das? Und wie das geht! Seit der Premiere am 9. April 2005 gab es keine Vorstellung der Neuwürschnitzer, bei der noch ein einziger Platz frei war. In der Gegend um Neuwürschnitz herum hat sich das herumgesprochen. Die Karten sind meist in zwei Tagen ausverkauft. Jetzt will die Musical-Truppe die Hohenstein-Ernstthaler anfüttern.


Beate Reißmann, Präsidentin des NCV und erklärter Musicalfan, hatte vor vielen Jahren die Idee, ein Musical aufzuführen. Das schauspielerische Talent bringen die Jecken schließlich mit. Das Projekt nahm Formen an. Beate Reißmann, eigentlich Krankenschwester, saß in jeder freien Minute an der Nähmaschine. 40 Kostüme mussten her. Es wurde geprobt, Kulissen gebaut, Beschallung und Beleuchtung besorgt. Die künftigen Darsteller reisten durch Deutschland, schauten sich Aufführungen der Profis an. Seit 2005 geht nun alles über die Bühne, was in der Musical-Branche Rang und Namen hat: Cats, Phantom der Oper, Tanz der Vampire, Starlight Express, Tarzan, König der Löwen - manchmal als Zusammenschnitt an einem Abend. Beate Reißmann führt selbst Regie. Wie professionell die Neuwürschnitzer unter ihrer Leitung spielen, beeindruckt. Dabei merkt der Besucher kaum, dass die Darsteller nicht wirklich singen, sondern Playback agieren. Trotzdem stehen den Zuschauern regelmäßig die Tränen in den Augen.

Bis zu 70 Mitwirkende sind an den Aufführungen als Darsteller, in der Requisite und an der Technik beteiligt. Beate Reißmann hält die Fäden in der Hand. Ihre Motivation: "Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß." Und ihre Supertruppe vom NCV zieht kompromisslos mit. Anfangs gingen die Aufführungen in der alten Neuwieser Turnhalle über die Bühne. Später wurde das Haus neu gebaut, nannte sich sozio-kulturelles Zentrum. Doch Orkantief "Fabienne" ramponierte die Spielstätte am 23. September 2018. Die Folge waren Schäden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Damit fiel die Spielstätte erst einmal aus.

Am Sonnabend sind die Neuwürschnitzer endlich einmal in Hohenstein-Ernstthal zu erleben. Einige Fans reisen der Truppe nach, haben längst ihre Tickets und freuen sich schon darauf, wie immer am Eingang von den Darstellern in Kostümen empfangen zu werden. In diesem Jahr spielt die NCV-Truppe auch wieder auf der Neuwürschnitzer Waldbühne, quasi Open-Air. Dort gibt es zwar 800 Plätze, aber auch da wird es schon wieder knapp mit den Karten.

Restkarten zum Preis von 12 Euro (Kinder bis 12 Jahre 7 Euro) für die Vorstellungen "Nacht der Züge", am Sonnabend 15 und 20 Uhr im "Schützenhaus", gibt es noch in der Postfiliale in der Hohenstein-Ernstthaler Stadtpassage, Weinkellerstraße 28.

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