Nachwuchs ist Einsatzkräften ganz dicht auf den Fersen

Mitglieder der Gersdorfer Jugendfeuerwehr sind zur jüngsten Gemeinderatssitzung geehrt worden. Sie hatten die bundesweit höchstmögliche Auszeichnung erkämpft.

Gersdorf.

Max Uhlig fasst seine Motivation lachend in knappe Worte: "Mich haben schon immer große rote Autos interessiert." Genau deshalb ist der 14-Jährige 2013 bei der Gersdorfer Jugendfeuerwehr gelandet. Ein wenig ist auch sein Vater schuld daran. Er selbst kam übers DRK zur Gersdorfer Feuerwehr und hat ihn quasi mit dem Feuerwehr-Virus infiziert. Obwohl Max in Hohndorf wohnt, verstärkt er die Gersdorfer Truppe.

Und er gehört zusammen mit den Gersdorferinnen Vanessa Könitz (18) und Leonie Freier (15) zum Trio der Jugendwehr, das kürzlich die höchste Auszeichnung bekam, die bundesweit an junge Feuerwehrleute verliehen wird - die Leistungsspange. "Dafür müssen sie wirklich etwas leisten", sagt Torsten Knöbel, seit 2008 Leiter der Gersdorfer Jugendwehr. Die Jugendlichen absolvierten dafür einen theoretischen Teil. Im praktischen standen dann Disziplinen wie beispielsweise Kugelstoßen und Staffellauf an, ebenso eine Prüfung in der Disziplin Löschangriff an. Dabei bildeten die Gersdorfer ein Team mit fünf Jugendlichen der freiwilligen Lichtensteiner Wehr, die beim Kreisjugendfeuerwehrtag im "Kiez" am Schneeberger Filzteich antraten und mit Bravour bestanden.

Leonie Freier ist sogar schon ein Jahr länger bei der Wehr als Max. Sie ist die erste in der Familie, die es zur Feuerwehr gezogen hat. "Ich finde das einfach nur geil. Und mir gefällt der Zusammenhalt in der Truppe", gesteht sie. Alle Nachbarn seien bei der Feuerwehr. Und als sich die Wehr mal in der Grundschule vorgestellt hat, gefiel ihr das so sehr, dass sie sich anmeldete. Seitdem hat sie viel gebüffelt und bei den praktischen Übungen viel gelernt. Aller 14Tage gehen montags von 18 bis 20 Uhr die Jugendfeuerwehrdienste über die Bühne. "Dabei unterstützen mich weitere sechs Kameraden, die das zusätzlich zu ihrem aktiven Dienst bewältigen", sagt Torsten Knöbel. Er leitet quasi die hauseigene Kaderschmiede der Wehr, zu der zurzeit 24 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren, davon neun Mädchen gehören. Im Jahr 2017/2018 konnte Knöbel sechs Jugendliche in die aktive Truppe abgeben. Seit diesem Jahr verstärken erneut vier die Einsatzkräfte. "Wir können den Bedarf bisher immer aus der eigenen Truppe decken", sagt er. Auch Leonie freut sich schon auf den Tag ihrer Übernahme in den aktiven Dienst. "Angst vor dem ersten großen Einsatz habe ich nicht, das ist vielleicht auch das falsche Wort. Aber Respekt schon", sagt sie. "Den sollte man auch nicht verlieren, denn bei Einsätzen kann es immer zu Situationen kommen, bei denen das eigene Leben in Gefahr gerät", sagt Torsten Knöbel.

Max hat auch schon einen Plan. Irgendwann will er mal so ein "großes rotes Auto" selbst lenken. Dafür braucht er natürlich erst einen Führerschein und eine Maschinistenausbildung.

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