Schlammschlacht und die leisen Flitzer

Am Sachsenring hatten Fans von fahrbaren Untersätzen die Wahl zwischen donnernden Traktoren und Seifenkisten.

Oberlungwitz.

Für passionierte Traktoristen gibt es kein schlechtes Wetter. 427 Teilnehmer beim 14. Russentreffen an der Goldbachstraße sind der Beweis dafür. "Und trotz der Schlammschlacht sind wir mit der Besucherresonanz absolut zufrieden. Natürlich waren es bei dem Wetter aufs gesamt Wochenende gerechnet weniger als im Vorjahr", sagte am Sonntag Julia Kretzschmar vom Organisationsteam.

Für die Besucher waren schon am Sonnabend Ostfriesennerz und Gummistiefel dringend empfohlen. Dagegen hatte Streckenchef Gunnar Irmler alle Hände voll zu tun, um die Strecke fürs Traktor-Pulling befahrbar zu halten. Zeitweise wurde die Rennpiste sogar mit Planen abgedeckt. Nicht nur das Nacht-Pulling, auch die Rundfahrt auf dem Sachsenring mussten vorsorglich abgesagt werden. Die Traktoren hätten den WM-Asphalt in eine Schlammpiste verwandelt. Trotzdem wurde der "stärkste Sachse" beim Pulling gesucht. Für den Wettkampf mit dem tonnenschweren Schlitten im Schlepptau hatten sich 109 Traktoren angesagt. Der Clou des Treffens war der Holländer William Pullenz mit seinem 1000-PS-Traktor vom Team Spatsnaz. Der Profi-Schlepper war allerdings an der Goldbachstraße für den Wettkampf nicht zugelassen und drehte nur ein paar Showrunden. Ältester Teilnehmer war Wolfgang Zschille (82) aus Reinholdshain.


Ganz ohne Auspuffgas und tuckernde Motoren kamen dagegen die Renner aus, die einen Steinwurf von der Festwiese entfernt am Sonntag auf dem Sachsenring um Punkte im Mitteldeutschland-Cup der Seifenkistenfahrer ins Tal sausten. Deren Wettkampf begann mit einer Gedenkminute für den 18-jährigen Seifenkisten-Piloten Marcel Jahreis aus Pirna. Der junge Mann war am 29. Januar bei einem schrecklichen Arbeitsunfall in Plauen ums Leben gekommen. Für ihn legten die Seifenkistenfahrer mit ihren Helmen auf der Rennstrecke ein großes "M".

Zum vierten Mal in Folge gingen die Motorlosen um Punkte im Mitteldeutschland-Cup am Sachsenring auf die 500 Meter lange Strecke zwischen Nordkurve und Sachsenkurve. Mit dabei eine Familie aus Schönberg bei Meerane. Eric Vettermann (28), der seine 20. Saison fährt und im selbst gebauten "Dream Liner" mit der Nummer 17 sitzt, wurde vor zehn Jahren vom Vater Udo infiziert. Der baute für Tochter Maria, heute 17, die "Grüne Mamba" und für sich einen Oldtimer mit original Auto-Union-Markenzeichen. Mit dem fährt er auf Gleichmäßigkeit, die Kinder dagegen in der Klasse Einsitzer Speed. "Die Räder sind kugelgelagert. Da kriegst du 70 bis 80 Sachen drauf. Deshalb sind beim Rennen Helm und Handschuhe vorgeschrieben", sagt der 54-Jährige.

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