So sieht der Haushalt 2018 aus

Der Stadtrat Hohenstein-Ernstthal hat am Dienstag den wichtigsten Beschluss des Jahres gefasst - Nachdem Kämmerin Ramona Stopp 260.000 Zahlen unter einen Hut gebracht hatte.

Hohenstein-Ernstthal.

Als Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) am Dienstag nach einer gerade einmal 37-minütigen Sitzung die Hohenstein-Ernstthaler Stadträte nach Hause verabschiedet hatte, war damit auch der wichtigste Beschluss des Jahres unter Dach und Fach: der Haushalt 2018. Wie es der OB kurz zuvor vorhergesagt hatte, konnte Kämmerin Ramona Stopp erleichtert und mit entspanntem Gesicht das Rathaus verlassen.

Zusammen mit ihren elf Mitarbeitern hatte Stopp seit August des zurückliegenden Jahres rund 260.000 Zahlen zu einem 520 Seiten umfassenden Puzzle zusammen gefügt. Nun ist es amtlich: Für 2018 stehen den Einnahmen von rund 25,8 Millionen Euro Ausgaben von 28,1 Millionen Euro gegenüber. Das Loch stopft die Stadt mit Mitteln, die sie auf der hohen Kante hat.


Die größten Einnahmen verzeichnet Hohenstein-Ernstthal in Form von Zuweisungen - etwa aus dem Kommunalen Finanzausgleich oder dem Finanzausgleich der Länder. Insgesamt geht es da um rund 10,4 Millionen. Der zweitgrößte Posten unter den Erträgen: Steuern und Abgaben.

Das Geld wird auch dringend gebraucht. Die größten Kosten fallen im Bereich der Sach- und Dienstleistungen an. Hierzu zählen unter anderen die Leistungen für Angebote für Kinder und Jugendliche. Rund 6,3 Millionen Euro plant die Stadt für diesen Posten ein. Auch die Personalkosten der Kommune schlagen arg zu Buche. Für die Gehälter der 123 Stadt-Angestellten kalkuliert Stopp circa 5,6 Millionen Euro für 2018 ein.

Probleme bei der Finanzierung einzelner Posten habe es im Gegensatz zum Haushalt des zurückliegenden Jahres nicht gegeben, sagt Stopp. Damals hatten die gestiegenen Kosten für die Kinderbetreuung ein Loch in die Kasse der Stadt gerissen. "Uns hat die halbe Million Euro extra damals große Kopfschmerzen bereitet", so die Stadt-Kämmerin. Allerdings gibt es auch in diesem Jahr zusätzliche Kosten bei der Kinderbetreuung in Höhe von 200.000 Euro. "Die sind aber eingeplant und sorgen deshalb nur für leichte Nachwehen", scherzt Stopp.

Zwei Großinvestitionen sieht der aktuelle Haushalt für 2018 vor. Rund 3,4 Millionen Euro sollen in den Ausbau des Breitbandnetzes gesteckt werden. Für die Erweiterung des Gewerbegebiets Wüstenbrand stehen 1,2 Millionen bereit. Zusätzlich ist eine Erweiterung des Karl-May-Hauses und die Sanierung des Stadthauses vorgesehen.

Auch im Schuldenabbau bleibt Hohenstein-Ernstthal auf Kurs: Im Vergleich zu 2004 hat die Stadt ihre Verbindlichkeiten um 10 Millionen Euro auf knapp 4,3 Millionen Euro reduziert. Das entspricht einer Verschuldung von 218 Euro pro Einwohner. In den kommenden drei Jahren sollen die Schulden auf rund 2,3 Millionen reduziert werden. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 205 Euro.

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