So stolz zeigte sich einst die Feuerwehr

Feuerwehrmann Danny Erler aus Lichtenstein hat ein Buch über die Kameraden geschrieben, die vor vielen Jahrzehnten mit einfachsten Mittel zur Stelle waren. Es ist eine spannende Zeitreise.

Lichtenstein.

Stolz präsentieren sich die Kameraden des Steigerzuges der Lichtensteiner Feuerwehr auf einem Gruppenbild. Vier der Feuerwehrleute, deren Helme an das Militär erinnern, sind auf den damals üblichen Hakenleitern ein Stück nach oben geklettert.

Das Foto, das 1911 am Schlosspalais entstand, ist im neuen Buch "Sicherheit zu jeder Zeit - Die Feuerwehren von Lichtenstein und Callnberg seit 1861" zu sehen, das vom Freundeskreis Stadtmuseum herausgegeben und von Feuerwehrmann Danny Erler verfasst wurde. "Mir war es wichtig, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen", erklärte danny Erler bei der Buchvorstellung. Er will den heutigen Feuerwehrleuten, aber auch der Bevölkerung zeigen, was einst von den Kameraden geleistet wurde.

Dass der Steigerzug, dessen Mitglieder als erste an einen Brandort eilten, mutig an Gebäuden hochkletterte und Menschen rettete, auf dem Foto einen gewissen Stolz ausstrahlt, war durchaus berechtigt. Denn die Feuerwehrleute bewältigen ihre Aufgaben aus heutiger Sicht mit einfacher Technik. Leitern, Haken, wenig leistungsfähige Spritzen und Kleidung, die nur bedingt als Schutzkleidung taugte, waren weit entfernt von der heute modernen Ausrüstung. Die Helme waren laut Erler immerhin schon ein Fortschritt zu den Filzhüten, die anfangs von den Brandbekämpfern getragen wurden. Eine gewisse militärische Organisationsform und die entsprechenden Uniformen seien vor allem in der Zeit nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 aufgekommen. Dieses und viele andere Details schildert Danny Erler in dem neuen Buch, das 250 Seiten stark ist. "Ich habe sechs Jahre daran gearbeitet", erzählt der 40-Jährige, der seit 2002 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenstein ist. Ein Jahr später schloss er sich auch dem Verein für Geschichte der Stadt Lichtenstein an. Im Prolog widmet sich Patrick Bochmann, Stadtchronist und Vorsitzender des Geschichtsvereins, der Zeit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und zeigt dabei auf, welche Katastrophen die Stadtbrände einst waren. Unter anderem wurde im Jahre 1771 ein großer Teil der Stadt zerstört, auch die Laurentiuskirche fiel den Flammen zum Opfer.

Bis zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr 1861 war es ein schwieriger Weg. "In vielen Orten entstanden die Feuerwehren aus Turnervereinen heraus", weiß Erler. Das war durchaus sinnvoll, denn in Zeiten, in denen die Retter mit Spritzenwagen und Gerät zum Einsatzort rennen mussten, waren Kraft und Fitness durchaus gefragt. Um im Ernstfall schneller vor Ort zu sein, gab es auch verschiedene Spritzenhäuser im Stadtgebiet. Die zentralen Gerätehäuser kamen erst später. Schwerpunktmäßig wird die Entwicklung bis zur Wendezeit dargestellt. Die Zeit bis zum 150. Feuerwehrjubiläum 2011 wird am Ende des Buches thematisiert.

Das Buch ist für 24,95 Euro im Stadtmuseum am Altmarkt in Lichtenstein erhältlich.

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