Stadt mit neuem System

Hohenstein-Ernstthal hat jetzt das neue Blindenleitsystem übergeben. Dabei hat die Kommune auch an die Rollstuhlfahrer gedacht.

Hohenstein-Ernstthal.

Menschen mit Behinderungen haben es jetzt in der Karl-May-Stadt wieder etwas leichter. Am Donnerstag wurde das umgebaute Blindenleitsystem am Bahnhof offiziell übergeben. 65.000 Euro hat die Stadt in die Modernisierung der Wegführung investiert. "Wohlbemerkt ohne jegliche Fördermittel. Das ist für Hohenstein-Ernstthal viel Geld", sagt Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU).

"Es hatte mehrfach Hinweise von Betroffenen gegeben, daraufhin haben wir noch einmal investiert. Wir hatten 2008 das erste System gebaut, doch seitdem haben sich die Anforderungen vollständig geändert", sagte der OB. Was Blindsein tatsächlich bedeutet, kann sich auch Kluge nicht wirklich vorstellen. Mit geschlossenen Augen und einem Langstock für Blinde über die Straße zu gehen, wagte er sich zwar nicht. Allein die Wegeleitplatten mit dem Blindenstock zu ertasten und ihre Bedeutung zu verstehen, war für das Stadtoberhaupt schon eine Herausforderung. "Ich denke, das ist insgesamt eine gute Sache."

An insgesamt 20 Punkten im Bereich Bahnhof sowie an den Straßenquerungen am "Hotel Schweizerhaus" und der Immanuel-Kant-Straße sind Platten ausgetauscht worden sowie neue Bereiche, zum Beispiel an den Buseinstiegen, entstanden. Die Übergänge sind außerdem abgesenkt worden und somit fit für Rollstuhlfahrer. Das Leitsystem soll in Zukunft in den Innenstadtbereich weiter fortgeführt werden. Wo es sich anbietet, will die die Stadtverwaltung bei Straßen- und Wegebaumaßnahmen prüfen, was im Einzelnen machbar ist.

Die Idee, das Blindenleitsystem auf Vordermann zu bringen, war das eine. Die Umsetzung das andere. Nach der ersten Ausschreibung meldete sich keine Firma. Im Zuge der zweiten, beschränkten Ausschreibung, bei der sieben Firmen direkt angeschrieben wurden, gab es nur zwei Angebote. Seit Mitte August arbeitete dann die Firma PE Pflasterbau aus Schneeberg an den verschiedenen Punkten. Jetzt besteht das Leitsystem aus standardisierten Steinen, die Blinden die Laufrichtung anzeigen, die Wegeabzweigungen und Haltepunkte signalisieren.

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