Training auf dem Sachsenring ist angeblich nicht zu laut

Auch ein neuer Messbericht zeigt, dass die Lautstärke beim Rennstreckentraining auf dem Rundkurs im gesetzlichen Rahmen liegt. Aber ist deshalb wirklich alles im grünen Bereich?

Hohenstein-Ernstthal.

Viele Einwohner von Hohenstein-Ernstthal sind genervt. Wenn auf dem Gelände des Verkehrssicherheitszentrums Sachsenring trainiert wird oder Rennen stattfinden, dann wird es besonders für die Anwohner - immerhin 2000 bis 3000 - richtig laut. Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative gegen den Sachsenring-Lärm und übt Druck auf Betreiber und Kommunalpolitik aus.

Allerdings liegen die Messwerte im gesetzlichen Rahmen. Das geht aus einem neuen Gutachten hervor, das von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben worden war und jetzt dem Technischen Ausschuss des Stadtrates vorgestellt wurde. Die neuen Tests waren auch deshalb initiiert worden, weil das Rathaus im Herbst 2018 schon einmal eine zusätzliche Kontrolle durchführen ließ - aber pikanterweise an einem Tag, an dem gar kein Betrieb im Verkehrssicherheitszentrum war.


Die beiden Messpunkte befanden sich diesmal an der Friedrich-Engels-Straße 102 - rund 190 Meter nördlich der Grand-Prix-Strecke - und am Queckenberg 18, etwa 180Meter südwestlich der Rennstrecke. Gemessen wurde am 13. Mai von 8.40 bis 16.25 Uhr und am 27.Mai, 8.40 bis 16.30 Uhr. Auf dem Programm stand jeweils ein sogenanntes Rennstreckentraining mit 35 Motorrädern. Die Frage, die das Gutachten beantworten sollte: Wird der gesetzlich vorgeschriebene Immissionsrichtwert von 55 Dezibel eingehalten oder nicht? Die Betreiber des Verkehrssicherheitszentrums, zu dessen Gesellschaftern der Landkreis Zwickau gehört, dürften mit den Ergebnissen zufrieden sein,

Auswertend heißt es in dem Messbericht: "Wie die Ergebnisse zeigen, wurden die zulässigen Immissionsrichtwerte während des VSZ-Betriebes an den beiden Mess-tagen sowohl am Messpunkt MP 1 als auch am Messpunkt MP 2 eingehalten." Bei allen vier Messungen lagen sie genau bei 55 Dezibel oder sogar darunter. Sogar der zulässige Maximalpegel - einzelne, kurzzeitige Geräuschspitzen - von 85 Dezibel wurde an beiden Messpunkten und -tagen eingehalten.

Ist nun alles im grünen Bereich? Für die Bürgerinitiative auf keinen Fall. Ihre Vertreter glauben, dass die Anwendung tatsächlich vorhandener gesetzlicher Regelungen in diesem Fall an den Realitäten vorbeigeht. Martin Hartzendorf, Sprecher der Bürgerinitiative, am Freitag zur "Freien Presse": "Es gibt einige Dinge, die zugunsten des Lärmverursachers ausgelegt werden." So würden sich die gemessenen Mittelwerte auf einen Zeitraum von 16 Stunden je Tag beziehen - gefahren werde aber nur acht Stunden. Laut Lärmverordnung sei das zwar legitim. "Damit wird die tatsächliche Lautstärke aber gewissermaßen gestreckt. Und die Werte werden damit nach unten gerechnet", so Hartzendorf.

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