Über 150 Jahre altes Gemälde bekommt Schönheitskur

An dem Christusgemälde aus der St.-Christophori-Kirche in Hohenstein-Ernstthal nagte der Zahn der Zeit. Ein Experte aus Niederschindmaas kümmert sich jetzt um die Restaurierung.

Hohenstein-Ernstthal.

Ein 1863 entstandenes Christusbild aus der St.-Christophori-Kirche in Hohenstein-Ernstthal bekommt derzeit eine Frischekur. Das Kunstwerk, gemalt von dem Callenberger Kunstmaler Moritz Meurer Junior (1806-1877), welches die Auferstehung Jesus Christus zeigt, soll sechs Wochen lang umfassend restauriert werden.

Die Restauration hat Andreas Schönhoff aus Niederschindmaas übernommen, der auch schon Kunstwerke, beispielsweise für das Schloss Forderglauchau, in Schuss gebracht hat. In seiner Werkstatt kümmert sich der 59-Jährige, der seit 27 Jahren als Restaurator tätig ist, mit viel Fingerspitzengefühl um die aufwendigen Arbeiten an dem Ölgemälde. Bei der Restaurierung handelt es sich nicht nur um eine reine Schönheitsoperation. Vielmehr ist es dringend geboten, Hand anzulegen. "Durch Umwelteinflüsse wie Kerzenrauch und schwankende Luftfeuchtigkeit hat das Kunstwerk arg gelitten. Es wird höchste Zeit, dass etwas daran gemacht wird", so der Fachmann.

In einer ersten Phase will der Experte die losen Farbschichten wieder mit der Leinwand verbinden. Mit einem speziellen Heizspatel erhitzt er Quadratzentimer für Quadratzentimeter die Ölfarbschichten auf dem großformatigen Kunstwerk. Bei etwa 70 Grad wird die Farbschicht geschmeidig. Dieses Prozedere dient zum Niederlegen der Farbschollen auf der Leinwand. Anschließend soll ein farbloser Schutzüberzug das Gemälde zukünftig vor Umwelteinflüssen schützen. Außerdem ließ der Experte nach seinen Entwürfen einen Rahmen von der Tischlerei Metzner aus Glauchau anfertigen. Der originale sei nach einem früheren Umzug verschollen gewesen. Hinsichtlich der Ornamentik hat er sich viele Gedanken gemacht: "Das Flechtwerk symbolisiert im Christentum die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die Rosetten stehen für die vier Himmelsrichtungen."

Über das Gemälde weiß der Hohensteiner Stadtchronist Wolfgang Hallmann nach seiner Recherche einiges zu berichten: "Der Maler Moritz Meurer Junior hat eigens für eine Ausstellung im Mineralbad das Kunstwerk angefertigt. Danach fand es als Altarbild 1864 seinen Platz in der Hohenstein-Ernstthaler Kirche."

Vor zwei Jahren entschied der Kirchenvorstand, dass das archivierte Gemälde wieder zu neuem Leben erweckt werden müsse. "Neben der Erhaltung eines Stücks Glaubensgeschichte wollen wir dazu beitragen, dass Künstler aus der Region mit ihren Werken einen Platz erhalten", betont Pfarrerin Anke Indorf. Man habe sich im Vorstand bereits Gedanken über eine sichtbare Platzierung in der Kirche gemacht. Voraussichtlich soll das Ölbild wieder in der Brauthalle aufgehangen werden. Die Kosten für die Restaurierung belaufen sich auf knapp 8000 Euro und werden zu 50 Prozent aus Fördermitteln der sächsischen Denkmalschutzbehörde und aus Eigenmitteln der Kirche bestritten.

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