Verkauf des Ratskellers fliegt von der Tagesordnung

Im Vorfeld gab es Unmut über den Verkauf des Lichtensteiner Gebäudes

Lichtenstein.

Der alte Ratskeller in Lichtenstein bleibt vorerst im Besitz der Städtischen Wohnungsgenossenschaft (SWG). Am Montag hätte der Stadtrat dem Verkauf an den Investor aus Brandenburg zustimmen sollen. Doch der Punkt war kurzfristig von der Tagesordnung geflogen. Sehr zur Zufriedenheit einiger Räte - denn es gibt Klärungsbedarf.

Schon im Vorfeld hatte es Unmut über den geplanten Verkauf gegeben. Die Unterstützer des Stadtmuseums, das in dem historischen Fachwerkhaus untergebracht ist, hatten den Schritt als voreilig kritisiert. Schließlich ist noch immer unklar, ob das Museum ins Daetz-Centrum ziehen kann, so wie es sich die Stadt wünscht. Einige Stadträte sehen es ähnlich. Weil das Gebäude der SWG gehört, müssen sie dem Verkauf zustimmen. Doch obwohl der Ratskeller seit einem Jahr auf der Internetseite der SWG zum Verkauf steht, die Verhandlungen zwischen Stadt und Investor schon seit einer Weile laufen, wurden die Räte erst drei Wochen vor der Sitzung am Montag informiert. Das kritisierte die CDU-Fraktion. Der Eindruck sei entstanden, dass die Entscheidung noch vor den Kommunalwahlen durchgepeitscht werden sollte - solange also, wie im Stadtrat mit den Freien Wählern noch die Partei von Bürgermeister Thomas Nordheim die Mehrheit hat.


In der Sitzung nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Rochlitzer das Ausschreibungsverfahren mangelhaft: Der Investor will zusammen mit dem Ratskeller auch die beiden benachbarten Fachwerkhäuser kaufen, die aber gar nicht öffentlich ausgeschrieben waren. Das benachteilige weitere Interessenten, so Rochlitzer. Der vereinbarte Kaufpreis liege außerdem unter Wert. Der SWG zufolge beträgt die Summe für alle drei Häuser mehr als 1 Million Euro. Ute Hoch, Fraktionsvorsitzende der Linken, pflichtete Rochlitzer bei. "Diese Entscheidung kurz vor den Kommunalwahlen hätte dem neuen Rat jeglichen Gestaltungsspielraum genommen", sagte sie. "Der neue Rat soll das entscheiden."

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2Kommentare
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    Interessierte
    24.05.2019

    Als Stadt gibt man doch keinen Ratskeller her ...

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    WolfgangPetry
    23.05.2019

    Drei Buden in der Provinz für mehr als 1 Million Euro? Kann das wirklich stimmen?



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