Verkehrsknoten am VW-Werk übergeben

Die B 175 ist neben der B 93 die wichtigste Verbindung zwischen den Autobahnen nördlich und südlich von Zwickau. Nun wurde ein komplett umgebauter Verkehrsknoten in Mosel freigegeben.

Zwickau.

Die ersten Ideen für den Ausbau der Bundesstraße 175 gab es schon kurz nachdem sich das Volkswagenwerk in Mosel niedergelassen hatte. Jetzt, nach fast drei Jahren Bauzeit, ist nicht nur die Straße selbst auf einer Länge von einem Kilometer auf vier Fahrspuren erweitert worden, sondern ein moderner Verkehrsknoten mit leistungsfähiger Werkszufahrt entstanden. Am Freitagnachmittag wurde die Strecke offiziell für den Verkehr freigegeben, nachdem bereits seit August auf einem Teilstück gefahren werden konnte. Dabei war der "Ausbau der B 175, nördlich von Mosel", wie die Baumaßnahme offiziell hieß, nicht einfach ein Straßenbau. "Insgesamt war es ein riesiger Aufwand", sagte die Präsidentin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Doris Drescher. Künftig rollt der Verkehr auf einer 18 Meter breiten Straße, jede Fahrspur mit 3,75 Metern Breite, dazu kommt ein drei Meter breiter Mittelstreifen. Gleichzeitig entstanden 1,2 Kilometer Wirtschafts- und 1,4 Kilometer Radwege.

Neben der Straße wurden Brücken über mehrere Bahngleise und die B 175 sowie Stützwände, Rampen und Regenrückhaltebecken errichtet. "Das alles bei laufendem Verkehr", wie Drescher betonte. Dabei meinte sie nicht nur den Auto-, sondern auch den Zugverkehr auf der parallel verlaufenden Sachsen-Franken-Magistrale. Lediglich beim Abriss der alten Brücken musste er gestoppt werden.

Die ursprünglich geplanten etwa 18 Millionen Euro Baukosten sind nicht zuletzt wegen der gestiegenen Baupreise auf 26 Millionen Euro geklettert. Den größten Teil trägt mit 19 Millionen Euro der Bund. 6 Millionen Euro kommen von der Stadt Zwickau, 1 Million zahlt VW. Angesichts dieser Summen war es nicht weiter verwunderlich, dass die angereisten offiziellen Vertreter der Stadt Zwickau, aber auch dem Landkreis ins Aufgabenbuch schrieben, die Anlagen gut in Schuss zu halten. Dass in dem Bereich auch ein fest installierter Blitzer eingesetzt wird, um für Einnahmen zu sorgen, wollte am Freitag niemand bestätigen. Allerdings tauchte am Straßenrand ein merkwürdiger Kasten mit Kabeln auf. Ganz fertig wird der Bau erst im Jahr 2020. Brücken für Radfahrer müssen noch errichtet und die Baustellenumfahrung in einen Wirtschaftsweg umgewandelt werden. Dazu stehen jede Menge Pflanzarbeiten aus.

Auf Bauarbeiten müssen sich Autofahrer aber noch aus einem weiteren Grund einstellen. Der vierspurige Ausbau soll nämlich bis zur Autobahn-Auffahrt Glauchau-Ost verlängert werden. Wie der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, sagte, liege die Baufreigabe vor. Aufträge für Baumfällungen seien bereits ausgelöst. "Außerdem haben wir mit dem Grunderwerb begonnen", sagte Doris Drescher. Der eigentliche Straßenbau soll 2021 beginnen.

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