Waldeigentümer warnt vor weiterer Borkenkäfer-Invasion

Langanhaltender Frost und Niederschlag blieben bisher diesen Winter aus: gute Zeiten für Borkenkäferlarven. Der Waldenburger Forsteigentümer Franz von Feilitzsch schlägt Alarm.

Waldenburg.

Bislang ist der Winter in Deutschland ausgeblieben. Verbreitete Schneefälle lassen auf sich warten, Frost gab es nur an wenigen Tagen. Für Franz von Feilitzsch, Forsteigentümer aus Waldenburg, ist das eine Katastrophe.

"Die Borkenkäfer werden durch den ausbleibenden Frost und den niederschlagsarmen Winter massenhaft überleben und im Frühjahr abermals ausschwärmen", prognostiziert er. Erst vor drei Wochen musste er erneut in einem von Borkenkäfer befallenen Waldgebiet an der B 180 in Waldenburg einen Kahlschlag vornehmen. 1300 Kubikmeter Käferholz lagern jetzt an einem Forstweg.

Gewinn wird der Forstbesitzer aufgrund der stark gefallenen Holzpreise mit den Stämmen nicht machen. "Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte der Borkenkäferbefall dazu geführt, dass mehr Fichten als üblich gefällt werden mussten. Wegen des Überangebots haben sich die Holzpreise stark verschlechtert", sagt der Waldexperte.

Um das Schädlingsproblem in den Griff zu bekommen, werden Sachsens Waldbesitzer seit vorigem Jahr mit Fördermitteln bei der Borkenkäferbekämpfung unterstützt. Die Förderung soll Waldbesitzern einen Anreiz geben, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Vermehrung der Schädlinge zu verhindern. Doch die Mittel kommen nicht überall an, wo sie auch benötigt werden. "Waldbesitzer, die nur kleine Flächen besitzen, profitieren nicht von den Förderungen. Für sie ist es daher finanziell nicht machbar, Maßnahmen gegen die Plage zu ergreifen", sagt er. Das bedeutet letztendlich, dass der Borkenkäfer in kleinen Parzellen weiterhin ungehindert sein Unwesen treiben kann.

Der Waldexperte rechnet dieses Jahr mit einer zunehmenden Verschärfung des Problems. Er fordert daher ein Eingreifen von staatlicher Seite. "Der Staat ist an dieser Stelle ganz einfach gefragt. Nur indem er das Käferholz zu einem akzeptablen Preis aufkauft, lagert und kontrolliert auf dem Markt weiterverkauft, sehe ich eine Chance, dass sich der Holzmarkt wieder normalisiert", sagt er.

Auf den Kahlschlagsflächen hat Franz von Feilitzsch anstelle von Fichten-Monokulturen versuchsweise Baumarten wie zum Beispiel Ahorn, Esche, Roteiche, Schwarznuss und Waldeiche angepflanzt. Ein artenreicher Mischwald sei seiner Meinung nach wesentlich stabiler gegenüber Borkenkäfern und Trockenheit. "In der Zukunft wollen wir vermehrt auf eine natürliche Verjüngung setzen, in der Hoffnung, dass durch eine natürliche Selektion des Waldes geeignete Baumarten heranwachsen, die mit den verändernden klimatischen Bedingungen klarkommen", sagt der Experte.

Der Mann hat noch eine klitzekleine Hoffnung, dass sich die Anzahl der Borkenkäfer auf natürliche Weise dezimiert. "Ein natürlicher Gegenspieler des Käfers sind Pilze. Sie befallen die Atemwege des Schädlings, sodass dieser stirbt. Die Chancen, dass ein Pilzbefall auftritt, sind meiner Meinung aber nach gering", sagt Franz von Feilitzsch.


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