Weg zum Traumberuf ist oft steinig

Bekommt man den Ausbildungsplatz, den man wollte, ist die Freude groß. Was aber wenn Unvorhergesehenes dazwischen kommt oder die Wahl doch die falsche war?

Zwickau.

Schülern steht heute eine fast schon verwirrend große Zahl an Berufsbildern und Ausbildungswegen offen. Unternehmer müssen sich dagegen ins Zeug legen, um genügend Berufsnachwuchs zu gewinnen. Dass Auszubildende und Arbeitgeber zueinander finden und auch ein zweiter Versuch zum Ziel führen kann, dafür gibt es zahlreiche Beispiel. Drei sollen hier vorgestellt werden:

Sandro Weber hatte sich gezielt für eine zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei Johnson Controls Sachsen-Batterien in Zwickau beworben. "Technik hat mich schon immer begeistert. Das Unternehmen ist in der Region ein Begriff. Und ich wollte relativ schnell gutes Geld verdienen", sagt der Vielauer. Alles richtig gemacht, meint der 21-jährige, der vor drei Jahren ausgelernt hat. Die Arbeit am Montageband bereitet ihm Spaß, das Team passt, und das Schichtsystem lässt genügend Freizeit fürs Motorradfahren und Angeln. Den Einsatz der Mitarbeiter honoriert Johnson Controls mit Tariflohn und weiteren Leistungen, wie einem Gesundheitsmanagement-Programm mit regelmäßigen Gesundheitsvorsorge-Untersuchungen, täglich frisch gereinigter Arbeitskleidung, der Organisation von Fußball-Turnieren, einer gesunden Küche oder dem Firmenfitness-Angebot. Johnson Controls fördere und entwickele seine Mitarbeiter kontinuierlich weiter, sagt die IHK Zwickau. Auch für den Ausbildungsbeginn 2019 sucht das Batteriewerk noch engagierte Auszubildende.

Susanne Mehl ist gelernte Köchin. Schmackhafte Gerichte zuzubereiten, Gäste zu verwöhnen - das war ihr Ding. Bis sie 2015 mit akuter Lebensmittelallergie ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Ein Schock für die damals 19-Jährige, die sich beruflich neu orientieren musste. Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Werdau gab ihr den Tipp, sich bei der ZKS Zwickauer Kammgarn GmbH vorzustellen. Inzwischen ist die junge Frau überzeugte Textilerin. "Ich möchte wissen, wie eine Maschine funktioniert. Und ich finde es spannend, wie viele verschiedene Fasern wir zu hochwertigen Garnen verarbeiten, die ver- woben oder verstrickt in Mode, Heim- und Technischen Textilien Verwendung finden." Nach erfolgreicher Abschlussprüfung zur Maschinen- und Anlagenführerin qualifiziert sich die Zwickauerin ab September zur Produktionsmechanikerin.

Anna Kirste hatte Glück im Unglück. Am Ende des zweiten Lehrjahres erfuhr die angehende Kauffrau für Bürokommunikation, dass ihr Arbeitgeber, ein Büroausstatter, Insolvenz anmelden muss. Bekannte sprachen der verzweifelten Jugendlichen Mut zu, bei der CCL Label Meerane GmbH vorzusprechen. Gesagt, getan. Obwohl der Hersteller von Haft-Etiketten für Getränke und Batterien keine Kauffrauen ausbildet, wollte er der jungen Frau zumindest einen nahtlosen An- und Abschluss für das dritte Lehrjahr ermöglichen. Weil sich die 19-Jährige in den zurückliegenden zwölf Monaten jedoch zum "Allrounder" für Einkauf, Vertriebsinnendienst und Versand entwickelt hat, ist nun eine längerfristige Beschäftigung vorgesehen. "Natürlich bin ich heilfroh. Meine Kollegen sind nett und hilfsbereit. Da fühlt man sich wohl", sagt die Thüringerin aus dem kleinen Ort Zumroda. Schon stehen neue Aufgaben vor ihr: Da CCL weltweit liefert, sind gute Englischkenntnisse gefragt. Die Weiterbildungskosten übernimmt der Arbeitgeber. (fp)


Tag der Bildung - Sprungbrett Zukunft

Informationen zu Möglichkeiten der Berufsausbildung und zu Studienmöglichkeiten im Landkreis Zwickau gibt es am 15. September von 9 bis 14Uhr beim "Tag der Bildung 2018 - Sprungbrett Zukunft" im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt", Leipziger Straße 182 in Zwickau. Die Berufsorientierungsmesse bildet den Abschluss einer ganzen Veranstaltungsreihe zum Thema Berufsorientierung.

Weil die Berufswahl ein wichtiger Schritt im Leben ist, werden Ausbildungsbetriebe, Hochschulen und Institutionen einen Einblick in die verschiedenen Berufsbilder geben und Fragen zu Anforderungen und Zugangsvoraussetzungen beantworten.

Eine frühzeitige Berufs- und Karriereplanung ist der erste Schritt in ein erfolgreiches Berufsleben. Doch welcher Beruf passt am besten? Die Partner der Modellregion bieten dafür nicht nur Schülern eine geeignete Plattform, sondern bringen Unternehmen und Schüler zusammen.

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