Wie entstehen Falschmeldungen?

Mitarbeiter der "Freien Presse" standen am Freitag Achtklässlern der Sachsenring-Oberschule Rede und Antwort

Hohenstein-Ernstthal.

Die Trillerpfeife beginnt die Stunde. Sie hängt um den Hals von Birgit Rohmann, Deutschlehrerin an der Sachsenring-Oberschule in Hohenstein-Ernstthal. Keine schlechte Idee, das mit der Pfeife. Im Raum sitzen gleich drei 8. Klassen. In den vergangenen vier Wochen haben sie beim Projekt "Zeitung im Unterricht" täglich einen Blick in die "Freie Presse" geworfen - und am Freitagvormittag zwei Journalisten zu sich eingeladen: Ulrike Abraham, Redakteurin in Hohenstein-Ernstthal, und Volontär Lukas Fischer haben jede Menge Fragen beantwortet. Eine Auswahl.

Wer bestimmt, was in die Zeitung kommt?

Tino Moritz und Kai Kollenberg

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Das ist ein Gemeinschaftsprozess. Wir behalten die Nachrichtenlage im Blick und diskutieren mehrmals am Tag. Dann kann es auch sein, dass sich am Nachmittag noch einmal etwas ändert.

Wie lange dauert es, bis eine Zeitung fertig ist?

Wir fangen gegen 10 Uhr an - man kann also ausschlafen. Die Kollegen in Chemnitz kümmern sich um den überregionalen Teil, von den Zwickauern übernehmen wir Themen, die den ganzen Kreis interessieren. Wir in Hohenstein-Ernstthal haben Themen aus der Stadt auf dem Tisch, aus Lichtenstein, St. Egidien, Callenberg, Gersdorf und Oberlungwitz. Gegen Mitternacht wird dann gedruckt.

Wie lang dauert es, einen Bericht zu schreiben?

Nicht lange - wenn man alle Informationen beisammen hat. Die Recherche ist das eigentlich Schwierige. Das kann schon mal ein paar Tage dauern.

Und wie entstehen Falschmeldungen?

Wenn wir Infos von Behörden bekommen, verlassen wir uns darauf, dass die stimmen. Aber natürlich passieren auch dort Fehler. Oder eine Person erzählt die Unwahrheit, vielleicht sogar unabsichtlich. Deshalb gilt der Grundsatz: Eine Info muss durch mindestens zwei Quellen belegt sein. Aber jedem Menschen können Fehler passieren, und manchmal entstehen zwischen Reportern und Interviewpartnern Missverständnisse. Wenn die "Freie Presse" etwas Falsches berichtet hat, stellt sie das so bald wie möglich richtig.

Wie verändert das Internet die Bedeutung der gedruckten Zeitung?

Wir haben irgendwann Redaktionsschluss - das Internet nicht. In Sachen Aktualität kommt eine gedruckte Zeitung nicht mit. Da muss man überlegen, ob man auf Nachrichten setzt - oder lieber auf Hintergründe. Gegenüber den Kollegen im Überregionalen haben wir in Hohenstein-Ernstthal einen Vorteil. Wir sind meist das einzige Medium, das berichtet. Ein anderes Problem: Das Internet hat die Leser lange Zeit mit kostenlosen Texten verwöhnt. Die gedruckte Auflage sinkt, bei fast allen Tageszeitungen. Dafür steigt bei der "Freien Presse" die Zahl der E-Paper-Abos.


Das Projekt

Das medienpädagogische Projekt "ZimU - Zeitung im Unterricht" gibt Schülern der Klassen 7 bis 10 Gelegenheit, die "Freie Presse" vier Wochen kostenlos zu lesen. Hauptprojektpartner ist die EnviaM. Knapp 4100 Schüler aus 94 Schulen im Verbreitungsgebiet, dem einstigen Regierungsbezirk Chemnitz, nehmen Teil.

Auch die E-Paper-Ausgabe kann getestet werden. Dafür stellt die KOMSA Hartmannsdorf mehrere Klassensätze Tablets bereit.

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