"Wir wünschen uns einen Kandidaten für die OB-Wahl"

Wahlen 2019 Udo Zilly, Stadtrat von Pro Hot in Hohenstein-Ernstthal, über die Ziele der Wählervereinigung

Hohenstein-Ernstthal.

In Hohenstein-Ernstthal sitzt seit den Kommunalwahlen 2014 die Wählervereinigung Pro Hot im Stadtrat. Sie will wieder in die Bürgervertretung einziehen, fürchtet aber um ihre Fraktionsstärke. Erik Kiwitter sprach mit Udo Zilly, Stadtrat von Pro Hot, über die Aussichten und einen möglichen Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl.

Freie Presse: Zur Kommunalwahl 2014 hatte Ihre Fraktion 14 Kandidatinnen und Kandidaten auf der Liste. Wie viele sind es in diesem Jahr?

Udo Zilly: Augenscheinlich hatten es diesmal ja alle Parteien oder Wählervereinigungen schwerer. Das ging uns auch so. Wir werden in diesem Jahr mit zwölf statt 14 ins Rennen gehen. Einige, die 2014 mit auf der Liste standen, wie Steven Heinzig sowie Sirko und Jerit Fröde, kandidieren aus beruflichen Gründen nicht wieder. Steven Heinzig ist ja Mitglied unserer Fraktion, wird also leider ausscheiden. Wer ein Ehrenamt anstrebt, muss es auch zeitlich ausfüllen können. Ein beruflich stark eingebundener und ortsabwesender Stadtrat hilft keinem.

Die kurz zuvor gegründete Wählervereinigung Pro Hot schaffte auf Anhieb den Sprung in den Stadtrat. Mit drei Stadträten kamen Sie auf Fraktionsstärke. Packen Sie das wieder?

Das war schon ein Erfolg. Diesmal wird es natürlich schwerer, da machen wir uns nichts vor. Ich glaube schon, dass wir im Stadtrat bleiben. Ob wir wieder drei Mandate bekommen und damit unsere Fraktionsstärke behalten, da bin ich erst einmal sehr vorsichtig.

Auch Rudi Stößel kandidiert wieder, Ihr Fraktionschef. In der laufenden Legislaturperiode ergab eine Überprüfung aller Stadträte, dass er in der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hat.

Ja, das ist richtig. Wir halten an ihm fest. Aber die Mitglieder der Wählervereinigung haben gebeten, dass er nicht wieder an der ersten Stelle auf der Liste steht. Das haben wir berücksichtigt.

Die Periode im Stadtrat geht zu Ende. Wenn Sie Bilanz ziehen: Wie schätzen Sie die Arbeit in der Bürgervertretung ein?

Erst einmal habe ich festgestellt, dass sich die Einwohner schon sehr für Kommunalpolitik und ihre Heimatstadt interessieren. Ich werde oft auf Themen angesprochen. Was die Arbeit im Stadtrat betrifft: Am Anfang haben wir schon mal Kritik an ihr geübt, uns wurde zu wenig diskutiert. Aber die Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt.

Was achten Sie am OB? Was bemängeln Sie?

Er ist immer bestrebt, Probleme diplomatisch zu lösen. Das finde ich gut. Dass er und seine Fraktion - zum Beispiel bei dem umstrittenen Erweiterungsbau am Karl-May-Haus - gern mal mit dem Kopf durch die Wand müssen, das missfällt mir.

Die Kommunalwahl findet am 26. Mai statt. Ein neuer OB wird vermutlich am 1. September gewählt. Bisher gibt es mit Amtsinhaber Lars Kluge und Linken-Stadtrat Alexander Weiß zwei Bewerber.

Wir als Fraktion wünschen uns auch einen eigenen Kandidaten, den wir ins Rennen schicken könnten. Im Moment laufen da auch Gespräche mit einem Interessenten, sodass wir als Pro Hot einen dritten Bewerber finden könnten. Mit anderen Worten, es gibt da jemanden, aber wir wollen erst einmal den 26. Mai abwarten.

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