Zeuge erzählt andere Geschichte

Nach einem Streit beim Oktoberfest in Niederlungwitz ermittelt die Polizei gegen einen Afghanen. Unklar bleibt weiter, was genau an dem Abend geschehen ist.

Niederlungwitz.

Zweifel an der Darstellung der Polizei, dass ein 15-Jähriger aus Afghanistan am Rande des Oktoberfestes in Niederlungwitz einem 28-jährigen Security-Mitarbeiter ein Bierglas auf den Kopf geschlagen haben soll, meldete am Montag ein junger Mann als Augenzeuge an.

Er habe an jenem Samstagmorgen im Festzelt gesehen, wie ein Freund von ihm von einer angetrunkenen Person geschubst wurde. "Es war vorhersehbar, dass es zu einem Chaos im Festzelt führt, deshalb ging ich dazwischen und holte beide aus dem Zelt, um zu reden", sagt der junge Mann weiter. Mit ihnen seien mehrere Freunde des Betrunkenen aus dem Zelt gekommen. Es sei anfangs nicht abzusehen gewesen, dass die Lage so eskalieren würde. "Während des hitzigen Gesprächs kamen weitere dunkel gekleidete Personen aus dem Zelt und begannen, aufeinander und auf uns loszugehen", erinnert sich der Augenzeuge. Man habe nicht unterscheiden können, ob es Freunde des Betrunkenen oder andere Leute waren. Mehrere Personen hätten auf dem Boden gelegen, die Security-Leute gingen dazwischen. Aus dem Zelt sei eine weitere, kleinere Gruppe von Leuten gekommen, die Gegenstände in den Händen hielten. Der junge Mann weiter: "Ein Gegenstand, ein Glas oder eine Flasche, flog gegen das kleine Einlasszelt, in dem sich ein Großteil des Sicherheitspersonals aufhielt. Ein anderer verfehlte sein Ziel nicht und wurde komplett auf dem Kopf des besagten Security-Mannes zerschmettert, der direkt auf dem Boden lag."

Bei der Befragung durch die Polizei, die mittlerweile eingetroffen war, hätten viele der Beteiligten den vollbärtigen Afghanen als Glaswerfer erkannt. "Ich habe das nicht gesehen", fügte er hinzu. Der Afghane, der aus Zwickau gekommen sein soll, und älter als 15 Jahre ausgesehen habe, sei mit dem Sicherheitspersonal ins Zelt gegangen, um den Werfer zu suchen. "Meine Aussagen hat die Polizei nicht zur Kenntnis genommen", sagt der Augenzeuge.

Polizeisprecher Christian Schünemann verwies am Montag auf die Ermittlungen und wollte keine weiteren Auskünfte geben. Nur so viel: "Nach derzeitigem Erkenntnisstand kam es in dem Festzelt in Niederlungwitz zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Ein Security-Mitarbeiter wollte den Streit schlichten." Der Augenzeuge könne sich aber jederzeit an das Polizeirevier Glauchau wenden.

Der Veranstalter, der SV Lok Glauchau Niederlungwitz, wollte sich zu den Vorfällen bereits am Sonntag nicht äußern.

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