Alte Hasen wollen junge Leute für Schrebergärten begeistern

Der Regionalverband zählt immer weniger Kleingärtner. In der Region stehen 1055 von 6944 Parzellen leer.

Crimmitschau.

Die Kleingartenanlage "Am Sahnpark" in Crimmitschau punktet. Sie verfügt über eine große Spielwiese für Familien mit Kindern. An drei Tagen in der Woche gibt es kühle Getränke am Vereinsheim. "Viele Pächter halten schon seit Jahrzehnten die Stange. Für freie Parzellen haben wir vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda neue Interessenten gefunden", sagt Friedbert Götz. Er war bis Anfang des Jahres als Vorsitzender für den Verein verantwortlich und unterstützt den aktuellen Vorstand immer noch bei verschiedenen Themen. In der Kleingartenanlage, die sich an der Zeitzer Straße befindet, werden momentan 21 der 22 Parzellen bewirtschaftet.

Damit steht die Kleingartenanlage in Crimmitschau im Vergleich zur Gesamtsituation im Regionalverband Werdau/Glauchau der Gartenfreunde noch relativ gut da. Der Verband kümmert sich um 171 Kleingartenanlagen - zwischen dem Limbach-Oberfrohnaer Ortsteil Wolkenburg im Norden und Fraureuth im Süden. Zu Beginn des Jahres standen 1055 von 6944 Kleingärten leer - das sind 15,2 Prozent. "Die Altersstruktur macht uns zu schaffen. Uns fehlt quasi eine Generation an Kleingärtnern, weil nach der Wende viele Menschen die Region verlassen haben", sagt Regionalverband-Geschäftsführer Uwe Jakobeit. Mancherorts wurden bereits Flächen, die bisher von den Laubenpiepern genutzt worden sind, an die Städte zurückgegeben.

Allerdings: Die Situation in den verschiedenen Anlagen kann man nicht über einen Kamm scheren. 31Vereine melden keinen Leerstand. "Da handelt es sich vor allem um kleine und mittlere", sagt Jakobeit. In größeren seien dagegen etliche Parzellen verwaist. In der Anlage "Auf der Höhe" in Werdau stehen 22 von 87 Parzellen leer, in der "Heimaterde" in Crimmitschau waren es 40 von 145. In der "Adlerwiese" in Glauchau ist fast jede dritte von den 260 Parzellen verwaist.

Das stellt die betroffenen Vereine laut Uwe Jakobeit vor riesige Herausforderungen. "Sie haben einen erhöhten Pflegeaufwand und weniger Pachteinnahmen", sagt der Geschäftsführer und verweist auf einen zusätzlichen Aspekt: "Wir müssen uns nichts vormachen: Viele leer stehende Gärten schrecken auch immer etwas ab."

Wie die Lust am Gärtnern vor allem bei jüngeren Leuten geweckt wird? In einigen Anlagen in Westsachsen gibt es die Möglichkeit, in Schnuppergärten für einen befristeten Zeitraum das Hobby einmal auszuprobieren. "Wir müssen den Erholungsfaktor und die Vorzüge von frischem Obst- und Gemüse, das garantiert unbehandelt ist, in den Vordergrund rücken", sagt Uwe Jakobeit. Er berichtet, dass es oftmals zu Kettenreaktionen kommt. "In Anlagen, in denen jüngere Leute einmal Fuß gefasst haben, melden weitere Interesse an der Übernahme eines Kleingartens an", sagt der Geschäftsführer.

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