Lehrer streiken: Nicht alle Schulen sind betroffen

Ganztägig wird am heutigen Mittwoch die Arbeit in Bildungseinrichtungen der Region niedergelegt. Elternvertreter sehen das mit Skepsis.

Werdau/Crimmitschau.

Ganztägige Warnstreiks von Lehrern am heutigen Mittwoch führen nicht in allen Schulen in der Region Werdau/Crimmitschau zum Ausfall von Unterrichtsstunden.

Im Crimmitschauer Julius-Motteler-Gymnasium fällt der Unterricht für die Schüler aus den fünften bis elften Klassen aus. Im Werdauer Gymnasium wird gar nicht unterrichtet. "Von unseren knapp 50 Pädagogen sind lediglich fünf in der Schule", sagte der Leiter des Werdauer Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, Jörg Oettler. Deshalb falle der Unterricht komplett aus. "Eine Betreuung von Schülern gewährleisten wir aber. Bisher war der Bedarf vonseiten der Eltern daran allerdings noch nicht allzu groß."


In den beiden Oberschulen in Crimmitschau gibt es verkürzten Unterricht. An der Käthe-Kollwitz-Schule wird zwischen der ersten und vierten beziehungsweise der zweiten und fünften Stunde unterrichtet. Hier beteiligt sich nach Angaben von Schulleiter Dirk Mehl rund ein Drittel der 30 Lehrer am Warnstreik. An der Sahnschule können fünf Stunden pro Klasse abgesichert werden. "Weniger als die Hälfte der Lehrer beteiligen sich am Streik", sagte Schulleiter Jörg Erler. In der Leubnitzer Oberschule streiken von 28 Pädagogen sechs. "Es gibt geringfügige Veränderungen im Unterrichtsplan, aber kaum Ausfall", war aus der Einrichtung zu erfahren. Außerdem betreffe es nur die Klassen 8 und 9, da die streikenden Pädagogen normalerweise diese Jugendlichen unterrichteten.

An den drei Grundschulen in Crimmitschau, Blankenhain und Frankenhausen findet der Unterricht planmäßig statt. An der Grundschule in Langenbernsdorf wird nach Auskunft von Antje Naumann nicht gestreikt. "Bei uns findet ganz normal der Unterricht statt", sagte die stellvertretende Schulleiterin. Ein gleiches Bild an der Grund- schule in Fraureuth: "Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand beteiligt sich keiner unserer Lehrerinnen und Lehrer an dem geplanten Streik", sagte am Dienstag die Leiterin der Bildungseinrichtung, Carolin Meyer.

Offen ist, wie viele Pädagogen sich am Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft, Technik und Gesundheit (BSZ) am Streik beteiligen. "Das werden wir erst am Mittwochmorgen sehen und dann darauf flexibel reagieren", sagte Helga Schmidt. Für die Leiterin der Einrichtung ist das eine besondere Herausforderung. Im BSZ lernen 1120 Schülerinnen und Schüler, die von 65 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Das Schulzentrum ist auf zwei Standorte verteilt: Werdau und Zwickau.

Der Kreiselternratsvorsitzenden Doreen Urban-Kern zufolge sehen Eltern den Warnstreik mit gemischten Gefühlen. In den Grundschulen werde er komplett abgelehnt. Eltern von Förderschulkindern finden sogar: "Der jetzige Streik ist Lamen- tieren auf höchstem Niveau!" Für Vertreter aus Oberschulen sind Streiks dagegen legitime Mittel zur Durchsetzung von Tarifabschlüssen. Eltern von Gymnasialschülern sehen das zum Teil ähnlich: "Die Forderungen sollten aber nicht auf dem Rücken der Familien austragen werden", sagte die Leubnitzerin Urban-Kern. Einig sind sich die Eltern darin, dass nach wie vor Lehrermangel herrsche, der durch Streik nicht behoben werde.

Die Gewerkschaften Verdi, GEW und DBB fordern im aktuellen Tarifstreit sechs Prozent mehr Geld für Pädagogen, mindestens aber 200Euro mehr im Monat. Die zweite Verhandlungsrunde war Anfang dieses Monats ohne eine Einigung zu Ende gegangen. (rdl/hof/umü/sth)

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