Problemkreuzung soll entschärft werden

In Mülsen steht die unübersichtliche Kreuzung zwischen der B 173 und St. Jacober Hauptstraße vor einschneidenden Veränderungen.

Mülsen.

Das Landesstraßenbauamt unternimmt einen neuen Versuch, den Verkehr auf der Bundesstraße 173 in Mülsen gefahrloser und flüssiger zu machen. Im wesentlichen basiert der neue Plan darauf, Linksabbiegern aus allen Richtungen eine eigene Spur zu verschaffen. Die Gemeinde ist nicht mit allem einverstanden.

Laut Franz Grossmann, Sprecher der Dresdener Landesbehörde, die in diesem Fall im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland arbeitet, wurden verschiedene Varianten geprüft. Auch ein Kreisverkehr sei darunter gewesen. Der erwies sich jedoch als zu teuer und hätte zu große Eingriffe in den Mülsenbach gefordert. Favorit ist nun eine Ampel an der Kreuzung St. Jacober Hauptstraße/B 173 mit Linksabbiegespuren auf allen vier Einmündungen. Die sollen die Verkehrssicherheit erhöhen und für weniger Stau sorgen. Laut einer Verkehrszählung biegen durchschnittlich täglich allein aus der St. Jacober Hauptstraße aus Richtung Micheln 1100 Fahrzeuge links auf die Bundesstraße ein.

Wann der Umbau beginnt, ist noch offen. Derzeit finden Abstimmungen mit der Kommune statt, die als Baulastträger der Gehwege und der St. Jacober Hauptstraße am Umbau der Kreuzung beteiligt ist. Für die Umsetzung sind Eingriffe in den Mülsenbach und die angrenzende Bebauung erforderlich, sagt Grossmann. Ins Detail geht er nicht. Nach Informationen der "Freien Presse" wird dieser Kreuzungsumbau das Ortsbild immens verändern. Nicht nur ein Wohnhaus an der St. Jacober Hauptstraße müsste weichen, sondern auch der Mülsenpark unmittelbar an der Kreuzung. Die Baukosten liegen Grossmann zufolge bei rund 2,5 Millionen Euro. Die Mülsener rechnen jedoch inklusive Grundstückserwerbes mit einer Gesamtausgabe von 3,1 Millionen Euro, in die sich Dorf und Bund teilen müssen. Selbst wenn Fördermittel fließen würden, kommt laut Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) auf die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 400.000 Euro zu. Das ist den Mülsenern zu happig. Der Gemeinderat lehnt die aktuellen Pläne aus mehreren Gründen ab. Insbesondere der vorgesehene Abriss und die Verlegung der Bachmauer an der St. Jacober Hauptstraße verteuern das Projekt in den Augen der Ratsmitglieder nur unnötig. Darüber hinaus wünschen sie sich eine Weiterführung des Gehwegs an der St. Jacober Hauptstraße 46/50 bis "An die Linde", da die Bushaltestelle "Feuerwehrplatz" von vielen Schülern genutzt wird. Womit Bauamtsleiter André Rademacher auch nicht gerade glücklich ist: Wer aus der St. Jacober Nebenstraße herausfährt, darf nur noch rechts auf die B 173 einbiegen.

Schon seit Jahren soll der Verkehrsfluss auf der B 173 durch Mülsen optimiert werden. Bis 2012 war noch eine den Ort überspannende große Brücke, die als Ortsumgehung dienen sollte, vorgesehen.


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