Kleine Bergleute ganz groß

Mit dem Jufz Brand- Erbisdorf erkunden Kinder das Leben der Bergmänner. Nach einem Bergmannsschmaus ging es in den Thelersberger Stolln.

Linda.

Ein Tag im Leben eines Bergmanns - das konnten gestern elf Kinder aus Brand-Erbisdorf mit dem Kinder- und Jugendfreizeitzentrum "Jufz" des Vereins "Kinderland Sachsen" erleben. Im Rahmen des Projektes "Von Schacht zu Schacht - auf Spurensuche in Brand-Erbisdorf" erforschen Kinder und Jugendliche die Geschichte des regionalen Bergbaus - und das sehr erlebnisreich. Nachdem die Ferienkinder bisher unter anderem mit Museumsleiter Thomas Maruschke den Bartholomäusschacht erkundeten, im Revier Himmelsfürst Minerale sammelten und mit Stadtrat Wolfram Grundmann das Zinngießen erlebten bildete der nachgestellte Tagesablauf im Leben der Bergleute gestern den Höhepunkt des Projektes.

"Wir möchten, dass die Kinder so authentisch wie möglich viele praktische Einblicke in den Bergbau erhalten, und das Interesse dafür wecken", sagt Heike Lorenz, Leiterin des Jufz. Der Tag begann für die Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und 13 Jahren gestern mit einer kleinen Wanderung von Brand-Erbisdorf zum Thelersberger Stolln nach Linda. Dort öffnete Museumsleiter Maruschke die Eingangstür und kalter Nebel bahnte sich den Weg nach draußen. Die Kinder waren beeindruckt. Bevor der Stollen erkundet wurde, hielt Heike Lorenz einen kleinen Bergmannsschmaus bereit: Fettbemmen, saure Gurken und Schnittchen mit Zuckerrübensirup. "Das war früher eine Delikatesse", betonte sie. "Lecker", sagte Josefine Lorett. Und auch Leni Werzner sagte: "Hat gut geschmeckt, der Speck war aber besser als der Sirup."

Nach der Stärkung erzählte Thomas Maruschke den Kindern, dass einst Kurfürst August den Stollen, der insgesamt über 50 Kilometer lang ist, besucht hat. "Er wollte schauen, wo sein Geld herkommt - aus unseren Silbergruben -, und wir wollen es dem prominenten Besuch nachmachen", sagte der Museumsleiter. "Bauen wir auch etwas ab?", fragte Ian Blankenburg. Die Aufregung war groß. Maruschke erklärte den Kindern, dass der Stollen sehr schmal ist und das Tragwerk der ersten Meter aus Holz besteht, bevor sich acht Grad kaltes Wasser in 1,20Meter Tiefe anschließt. "Wir gehen aber nur ein paar Meter rein", sagte Maruschke. Ausgestattet mit Helmen und Schutzjacken und einer Stirnlampe führte er die Kinder in kleinen Gruppen rund 60 Meter in den Stollen.

"Ich habe einen Quarz bekommen", rief Peer Wolf, als die Gruppe wieder im Hellen war. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kinder den ganzen Tag hier gearbeitet haben, die waren ja auch noch jünger als ich", sagte der Elfjährige. Emily Lehmann teilte die Meinung. "Ich habe erst gedacht überall war Matsch. Aber die mussten in das Wasser. Es war schon so eiskalt, und Herr Maruschke hat gesagt, dass das Wasser noch kälter als die Luft ist", staunte die Zwölfjährige. "Das war ein kleines Abenteuer, es war sehr dunkel", sagte Naina Clausnitzer.

Am Abend gab es auf der Halde am Feuer Würste, Knüppelteig und Rostschnitten. Zudem sangen alle mit Fackeln in der Hand das Steigerlied. Die Krönung des Tages bildete die Übernachtung im Museum mit einer kleinen Museumsrallye.

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