Mehr als ein Kinderspiel: Reitschule mit Kuddel und Fritz

In der Kindertagesstätte in Etzdorf sind ein Mal pro Woche Ponys zu Gast. Sindy Ruscher leitet den Kurs in ihrer Freizeit. Das soll sich künftig ändern.

Etzdorf.

Max und Moritz haben sich in Wilhelm Buschs Lausbubengeschichte so manchen Streich erlaubt. Die Mädchen und Jungen der Etzdorfer Kindertagesstätte "Max & Moritz" streicheln jedoch lieber, und zwar ihre vierbeinigen Freunde. Die Kinder der großen Gruppe wissen mittlerweile auch gut mit den Ponys Fritz und Kuddel umzugehen.

Bereits seit Oktober gibt es die Kinderreitschule von Sindy Ruscher. Jetzt geht es nach dem langen Winter auch wieder regelmäßig hinaus ins Freie. Am Freitag saßen die Mädchen und Jungen auf dem Rücken der Pferde, geübt hatten sie in den vergangenen Wochen aber weiterhin fleißig im Sportraum des Kindergartens. "Dort steht schon eine Weile ein richtig gutes Übungspferd aus Holz", erklärt Sabine Pötzsch, die stellvertretende Leiterin der Einrichtung, in der aktuell 45 Mädchen und Jungen betreut werden.

Jedes dritte Kind macht schon beim Reiten in einer Sport-AG mit. Sindy Ruscher bietet diesen eineinhalbstündigen Kurs wöchentlich an, neben Etzdorf zudem noch donnerstags in der Grundschule in Marbach. Dort ist die 40-Jährige auch Zuhause, dem Pferdesport hält sie bereits seit 30 Jahren die Treue. Und weil sie selbst einen Sohn im Kindergarten hat, kam sie auf die Idee mit der Ponyreitschule, parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit.

Seit vier Jahren arbeitet Sindy Ruscher in der Gemeindeverwaltung Striegistal, kümmert sich in der Kämmerei um die Bilanzen. Den Job am Schreibtisch will sie aber bald aufgeben. "Ich habe mich komplett für die Pferde entschieden", sagt die Marbacherin vom Reit- und Fahrverein Striegistal, die auch über eine Trainerlizenz im Pferdesport verfügt. "Ich war über die Jahre noch selbst als Reiterin aktiv, jetzt will ich mich mit den Reitstunden selbstständig machen." Das Angebot im Kindergarten und in der Grundschule soll bestehen bleiben, denn Sindy Ruscher kann schon gute Fortschritte bei den Kindern vorweisen. "Es geht nicht darum, mal ein paar Minuten auf dem Pferd zu sitzen", erläutert sie. "Geschult werden Motorik und Gleichgewichtssinn, der Muskelaufbau wird gefördert. Ab dem Alter von vier Jahren darf jeder mitmachen. Die Pflege der Tiere, auch das Satteln und die Fütterung werden jede Woche geübt, wenn es denn das Wetter zulässt." Aber für Regentage gibt es ja noch das Holzpferd im Haus, und selbst Theoriestunden können alles andere als grau sein."

Natürlich lieben die Kinder "ihre" kleinen Pferde, den Fritz und auch Kuddel, das kleinere Shetlandpony. "Angst habe ich überhaupt nicht", versichert Mika. Sein Zwillingsbruder Malte stimmt ihm da zu: "Die sind alle ganz lieb. Zuhause haben wir auch Tiere, aber viel kleinere. Wir kümmern uns um die Hasen." Ziel des Projekts der Ponyreitschule, dass es laut Kindergarten in der Region kein zweites Mal gibt, ist es, den Mädchen und Jungen eine respektvolle und fachgerechte Begegnung mit den Ponys zu ermöglichen. In Etzdorf hat Sindy Ruscher übrigens mehr Jungs als Mädchen in der Gruppe, in der Grundschule in Marbach sind es mehr Mädchen.

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